Für wen ist das Thema relevant?

Fertigung mit wechselnden Teilen

Wenn Werkstücke variieren, zählt, ob das System den konkreten Greif-, Sortier- oder Montageablauf bewältigt und nicht nur einen einzelnen Vorführvorgang. Fraunhofer IPA und Dögel GmbH beschreiben Aspekte dieser Aufgaben und ihrer technischen Anforderungen.

Betrieb mit gemeinsam genutztem Arbeitsraum

Hier ist entscheidend, wie Beschäftigte, Fahrwege, Greifer und bestehende Maschinen im vorgesehenen Einsatzbereich zusammenspielen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beschreibt die Gefährdungsbeurteilung und das Ableiten geeigneter Schutzmaßnahmen.

Beschaffung nach einem Pilotversuch

Nach dem Pilot müssen Unternehmen Integration, Betreuung und das vorgesehene Vertragsmodell anhand derselben Aufgabe beurteilen. Fraunhofer IPA nennt auch Peripheriekomponenten und Ladeinfrastruktur als Bestandteile eines Humanoiden-Robotersystems.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Definieren Sie zuerst die Aufgabe und die Werkstückvarianten, prüfen Sie danach Sicherheit und Integration und klären Sie anschließend Lieferumfang sowie Betreuung für den Betrieb.

Anliegen Beim Kauf prüfen Für wen ist es relevant?
Handhabung wechselnder Werkstücke Greifer und Werkstückvarianten im Pilot prüfen; angegebene Traglast nur für das jeweilige Modell und die jeweilige Ausführung bewerten. Wer unterschiedliche Teile greifen oder montieren lassen möchte, braucht Versuche mit den tatsächlichen Werkstücken und Greifstellen. Etwa 29 % der Verbraucher stellen die Handhabungsleistung an erste Stelle.
Sicherheit und Konformität Gefährdungsbeurteilung, erforderliche Schutzmaßnahmen und Unterlagen zur konkreten Systemkonfiguration prüfen. Wer Beschäftigte und Roboter im selben Einsatzbereich plant, muss Schutzmaßnahmen für genau diesen Arbeitsraum klären. Etwa 29 % der Verbraucher priorisieren Sicherheit und Konformität.
Integration in Arbeitsplatz und Materialfluss Bewegungsform, Reichweite, Übergabestellen und Schnittstellen mit der vorhandenen Anlage abgleichen. Wer einen Roboter in einen bestehenden Ablauf einbinden möchte, sollte Wege und Übergabepunkte am Arbeitsplatz betrachten. Etwa 24 % der Verbraucher setzen die Integration an erste Stelle.
Betriebsaufwand und Betreuung Lieferumfang, Wartung, Ersatzteile, Service und Zuständigkeiten für dieselbe Aufgabe vergleichen. Wer nach dem Pilot einen dauerhaften Betrieb plant, braucht Klarheit über Betreuung und die enthaltenen Leistungen. Etwa 18 % der Verbraucher priorisieren den Betriebsaufwand und die Betreuung.

Typische Auswahlfehler

  • Grundgerät und einsatzbereite Greiflösung gleichsetzen

    Beim in Deutschland angebotenen AgiBot G2 ist der Endeffektor laut Dögel GmbH nicht enthalten. Ohne passend ausgewählten Greifer lässt sich die vorgesehene Handhabungsaufgabe nicht vollständig beurteilen.

    Fragen Sie Greifer, Werkstücke und erforderliche Integration als zusammengehörige Konfiguration an und prüfen Sie sie gemeinsam im Pilot.

    Ein separat auszuwählender Endeffektor und seine Einbindung bringen zusätzliche Abstimmungs- und Erprobungsschritte mit sich.

  • Ein fremdes Werk als Nachweis für den eigenen Prozess ansehen

    Der von AGIBOT berichtete G2-Einsatz betrifft bestimmte Teststationen in einer chinesischen Produktionsumgebung; BMW beschreibt den Einsatz des AEON in Leipzig als Pilot. Beides belegt nicht automatisch die Eignung für einen anderen Betrieb.

    Verlangen Sie Ergebnisse für Ihre Werkstücke, Varianten und Betriebsbedingungen, bevor Sie einen dauerhaften Einsatz planen.

    Zusätzliche Versuche und Anpassungen am Ablauf können erforderlich sein, wenn sich Ihre Teile oder Arbeitsbedingungen vom erprobten Einsatz unterscheiden.

  • Einzelne Komponenten mit einem vollständigen System verwechseln

    Ein Roboter allein bildet nicht zwingend den vollständigen Ablauf ab. Greifer, Peripherie und Ladeinfrastruktur können ebenfalls zur Systemkonfiguration gehören.

    Vergleichen Sie Angebote mit demselben Liefer-, Integrations- und Serviceumfang und klären Sie, wer für die einzelnen Bestandteile zuständig ist.

    Zusätzlicher Abstimmungsaufwand kann entstehen, wenn Greifer, Peripherie, Wartung und Betreuung getrennt organisiert werden müssen.

  • Eine andere Modellvariante als gleichwertigen Ersatz ansehen

    Unitree unterscheidet beim G1 und G1 EDU unter anderem die Armlast und optionale Ausstattung. Ein Joybuy-Angebot für den Standard-G1 belegt daher nicht, dass es sich um die EDU-Ausführung handelt.

    Prüfen Sie die vollständige Modellbezeichnung, die Ausstattung und den benötigten Entwicklungszugang, statt nur die Markenfamilie abzugleichen.

Relevante Marken als Orientierung

AgiBot

Der G2 wird über einen deutschen Anbieter und Integrator als humanoide Plattform für industrielle Anwendungen angeboten.

  • Dögel GmbH nennt für den G2 eine Traglast von 5 kg je Arm und weist darauf hin, dass ein Greifer gesondert zu wählen ist.
  • AGIBOT berichtet über G2-Roboter beim Be- und Entladen einer Teststation in einer chinesischen Produktionslinie. Das ist ein Herstellerbericht zu diesem Einsatz, kein Nachweis für beliebige deutsche Handhabungsaufgaben oder die Konformität einer konkreten Gesamtkonfiguration.

NEURA Robotics

NEURA Robotics beschreibt den 4NE1 mit verschiedenen Ausführungen für industrielle Abläufe.

  • Der Hersteller nennt unter anderem eine Radvariante und austauschbare Unterarme.
  • Aussagen des Herstellers zu Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit ersetzen keinen Nachweis für den geplanten Handhabungsprozess. Klären Sie die konkrete Ausführung und ihre Eignung für den vorgesehenen Arbeitsplatz.

Apptronik

Mercedes-Benz testet Apollo in einer Produktionsumgebung in Berlin; Apptronik beschreibt für Apollo 2 unterschiedliche Konfigurationen.

  • Der dokumentierte Test ist ein Anhaltspunkt für den Vergleich von Pilotprojekten in der Produktion.
  • Ein Pilot belegt keinen allgemeinen dauerhaften Einsatz. Apollo und Apollo 2 sind nicht ohne Weiteres als dieselbe Ausführung zu behandeln; Angaben zu Apollo 2 und dessen Betriebsfähigkeit stammen vom Hersteller.

Hexagon Robotics

BMW untersucht AEON in einem Pilotprojekt im Werk Leipzig für Anwendungen in der Produktionsumgebung.

  • BMW beschreibt AEON als radbasiert und nennt Materiallieferungen an die Linie als Teil des Pilots.
  • Der beschriebene Pilot belegt weder einen dauerhaften Einsatz in anderen Betrieben noch ein allgemein verfügbares Beschaffungspaket.

Unitree

G1 und G1 EDU sind getrennte Ausführungen; die Modellvariante ist für die Auswahl entscheidend.

  • Unitree unterscheidet die Modelle bei Armlast und optionaler Hand. Die EDU-Ausführung kann für eine Entwicklungsprüfung relevant sein, wenn genau diese Variante dem Vorhaben entspricht.
  • Ein Joybuy-Angebot zum Standard-G1 nennt SDK/API als derzeit nicht verfügbar. Diese Angabe betrifft nicht automatisch G1 EDU und belegt keine Eignung für einen dauerhaften industriellen Betrieb.

Humanoide Roboter bei Joybuy

Die folgenden Joybuy-Angebote umfassen humanoide Plattformen für eine technische Vorprüfung oder einen Entwicklungs-Pilot. Die Produktangaben ersetzen weder einen Versuch mit den vorgesehenen Werkstücken noch die Gefährdungsbeurteilung und Konformitätsprüfung der konkreten Konfiguration.

Booster Robotics K1 Geek humanoider Roboter

Booster Robotics K1 Geek

Als Entwicklungsplattform bezeichnet, kommt das Angebot allenfalls für eine technische Vorprüfung infrage; es belegt nicht die Eignung für einen dauerhaften Produktionsablauf.

Im Produktnamen genannt: 48 TOPS AI und 22-DoF.

Bei Joybuy ansehen
Booster Robotics K1 EDU humanoider Roboter

Booster Robotics K1 EDU

Das Angebot wird als Bildungs-, Forschungs- und Entwicklungsplattform bezeichnet. Prüfen Sie, ob diese Ausrichtung zu Ihrem geplanten Pilot passt, statt daraus einen Nachweis für den industriellen Dauerbetrieb abzuleiten.

Im Produktnamen genannt: 117 TOPS AI und 22-DoF.

Bei Joybuy ansehen
AGIBOT X2 Ultra humanoider Roboter

AGIBOT X2 Ultra

Der Angebotstitel nennt autonome Navigation und Entwicklungsfunktionen. Prüfen Sie diese Merkmale im vorgesehenen Arbeitsraum und mit dem geplanten Ablauf, bevor Sie sie für die eigene Aufgabe zugrunde legen.

Die Produktbeschreibung nennt eine Traglast von höchstens 3 kg in bestimmten Körperhaltungen und höchstens 1 kg über den gesamten Bewegungsbereich, jeweils ohne Endeffektor.

Bei Joybuy ansehen
AGIBOT X2 humanoider Roboter

AGIBOT X2

Das Angebot bezeichnet das Modell als humanoiden Roboter. Klären Sie vor einem Pilot, welche Werkstücke, Greifer und Abläufe mit der konkreten Ausführung geprüft werden sollen.

Die Produktbeschreibung nennt eine Traglast von höchstens 3 kg in bestimmten Körperhaltungen und höchstens 1 kg über den gesamten Bewegungsbereich, jeweils ohne Endeffektor.

Bei Joybuy ansehen
Unitree G1 humanoider Roboter

Unitree G1

Der Angebotstitel nennt Hände zur Objektmanipulation. Für einen Entwicklungs-Pilot ist wichtig, dass derselbe Titel SDK/API für diese Version als derzeit nicht verfügbar bezeichnet.

Klären Sie vorab, ob der benötigte Entwicklungszugang und die Einbindung in Ihren Prozess möglich sind.

Bei Joybuy ansehen

Häufige Fragen

Wie lege ich einen aussagekräftigen Pilotversuch fest?

Legen Sie konkrete Werkstücke, Varianten, Übergabepunkte und den vorgesehenen Arbeitsraum fest und prüfen Sie den vollständigen Ablauf einschließlich Greifer und Peripherie. Eine Vorführung oder ein Einsatz in einem anderen Werk belegt nicht automatisch, dass der Prozess unter Ihren Bedingungen dauerhaft funktioniert.

Ist beim AgiBot G2 ein für meine Teile geeigneter Greifer enthalten?

Nein. Laut Dögel GmbH wird das G2-Grundgerät ohne Endeffektor angeboten; der Greifer ist gesondert zu wählen. Ob er zu Ihren Werkstücken passt, sollte im konkreten Ablauf geprüft werden.

Was gehört zu einer vollständigen Systemkonfiguration?

Berücksichtigen Sie neben dem Roboter auch Werkstücke, Peripheriekomponenten und Ladeinfrastruktur; Fraunhofer IPA nennt diese Bestandteile bei der Betrachtung eines Humanoiden-Robotersystems. Für Greifaufgaben sollte außerdem geklärt werden, welcher Endeffektor benötigt wird und wer Integration und Betreuung übernimmt.

Genügen CE-Kennzeichnung und Herstellerangaben für den Einsatz neben Beschäftigten?

Nein. Für die Verwendung als Arbeitsmittel ist eine Gefährdungsbeurteilung für den vorgesehenen Einsatzbereich mit daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen erforderlich. Die BAuA erläutert außerdem, dass Maschinen bei ihrer Bereitstellung den Anforderungen der 9. ProdSV entsprechen müssen; prüfen Sie die Konformität der konkreten Systemkonfiguration und den maßgeblichen Zeitpunkt.

Welches Maschinenrecht gilt, wenn die Maschine 2027 bereitgestellt wird?

Nach Angaben der BAuA gilt für das Inverkehrbringen bis einschließlich 19. Januar 2027 weiterhin die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG; ab dem 20. Januar 2027 ist die Verordnung (EU) 2023/1230 anzuwenden. Maßgeblich sind der tatsächliche Bereitstellungszeitpunkt und die konkrete Systemkonfiguration.