Für welche Lehrformate?

Lehrteams mit wiederkehrenden Praktika

Für wechselnde Kursgruppen brauchen sie dokumentierte Programmierschritte und ein Verfahren, mit dem sich die Plattform wieder in einen definierten Betriebszustand bringen lässt. Schulung und technischer Support sind für die Planung des Kursbetriebs ebenfalls relevant.

Forschungsnahe Master- und Projektlabore

Hier stehen Schnittstellen, ROS- oder SDK-Zugang und die Arbeit mit eigenen Algorithmen auf realer Hardware im Vordergrund. Bei bewegungsintensiven Versuchen muss das Labor den Betrieb entsprechend kontrollieren können.

Grundlagenkurse mit ROS-Fokus

Für Unterricht zu humanoider Kinematik, Sensorik und ROS oder ROS 2 kann eine kleinere Plattform zum Lernziel passen, wenn keine Versuche mit einem Full-Size-Humanoiden erforderlich sind.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Die Lernziele bestimmen die Plattformgröße und den benötigten Entwicklungszugang; anschließend müssen Betreuung, Schutzmaßnahmen und der vertragliche Service zum konkreten Kursbetrieb passen.

Kompakte EDU-Plattform

Passend, wenn: Wiederkehrende Robotik- und KI-Projekte eine dokumentierte Entwicklungsumgebung brauchen. Unitree beschreibt für R1 unter anderem SDK-, ROS-2- und Schnittstellenzugänge.

Abzuwägen: Entwicklungsdokumentation und angebotene Schulung ersetzen weder modellbezogene Sicherheitsunterlagen noch ein Betreuungskonzept.

Full-Size-Forschungsplattform

Passend, wenn: Fortgeschrittene Projekte Ganzkörperbewegung und Manipulation auf einer großen Forschungsplattform untersuchen sollen; PAL Robotics beschreibt TALOS als ROS-basierten Humanoiden.

Abzuwägen: TALOS ist laut PAL Robotics 1,75 m groß und wiegt 95 kg. Arbeitsbereich, Aufsicht und Schutzmaßnahmen müssen zu diesem konkreten Betrieb passen.

Kleiner ROS-Lehrhumanoid

Passend, wenn: ROS 2, Sensorik und Kinematik die Lernziele sind. ROBOTIS beschreibt die aktuelle OP3-Generation mit ROS-2-Unterstützung und dokumentierten ROS-Paketen.

Abzuwägen: Eine kleine Plattform bildet Versuche zur Größe und Manipulationslast eines Full-Size-Humanoiden nicht ab.

Anliegen Beim Kauf prüfen Für wen besonders wichtig
Entwicklungszugang SDK- oder ROS-Zugang der bestellten Variante sowie Dokumentation und Verfahren zur Wiederherstellung prüfen. Wenn Übungen über mehrere Kursgruppen hinweg wiederholbar sein sollen, brauche ich nachvollziehbare Schnittstellen und einen verlässlichen Ausgangszustand. Rund 36 % der Beschaffenden würden den Entwicklungszugang als vorrangiges Anliegen sehen.
Betreuter Betrieb Arbeitsbereich, Bewegungen, Zugangsregeln, Aufsicht und Vorgehen bei Störungen für das geplante Lehrformat festlegen. Bei Versuchen in der Nähe von Lernenden muss ich wissen, wer die Nutzung beaufsichtigt und wie der Betrieb im Störungsfall endet. Die sichere Betreuung stünde für rund 36 % der Beschaffenden an erster Stelle.
Service und Folgebedarf Lieferumfang, Schulung, Support, Wartung und Ersatzteilversorgung im schriftlichen Angebot klären. Für einen länger genutzten Kursroboter brauche ich planbare Unterstützung auch nach der Übergabe. Bei rund 28 % der Beschaffenden wäre dieser laufende Bedarf das Hauptanliegen.

Häufige Fehler bei der Beschaffung

  • Die Produktfamilie mit der bestellten Variante verwechseln

    Unitree nennt für R1 Air 20 Freiheitsgrade, für R1 Basic und R1 EDU dagegen 26. Aus dem Familiennamen allein lassen sich Ausstattung und Entwicklungsfunktionen der Bestellung nicht ableiten.

    Modellvariante, Module, Softwarestand und zugesagte Entwicklerfunktionen im Angebot einzeln festhalten.

  • Serviceoptionen als automatisch enthalten ansehen

    Terra Robotics nennt für Unitree R1 EDU und G1 EDU Schulung und technischen Support als verfügbare Leistungen sowie Wartung als zubuchbare Option. Welche Leistungen tatsächlich enthalten sind, hängt vom vereinbarten Angebot ab.

    Bei Kauf, Leasing oder Projektservice Leistungsumfang, Laufzeit und Zuständigkeiten schriftlich vergleichen.

  • CE-Kennzeichnung mit einer Freigabe für den Lehrraum gleichsetzen

    Die Bundesnetzagentur nennt neben der CE-Kennzeichnung auch Herstellerangaben, eine deutsche Anleitung mit erforderlichen Warnhinweisen und eine Konformitätserklärung als Prüfpunkte. SGS-TÜV Saar weist bei humanoiden Robotern zudem auf Gefährdungen durch Kollisionen, Stürze und Fehlbewegungen hin.

    Die Unterlagen des konkreten Produkts prüfen und für Raum, Bewegungen und Nutzergruppe eine eigene Risikobeurteilung samt Aufsichts- und Schutzmaßnahmen erstellen.

  • Betriebszeit mit verfügbarer Lehrzeit verwechseln

    PAL Robotics gibt für TALOS eine Akkulaufzeit von 1,5 Stunden beim Gehen und 3 Stunden im Standby an. Aufbau, Sicherheitschecks, Gruppenwechsel und Laden gehören zusätzlich zum Ablauf eines Lehrformats.

    Kurszeiten mit ausreichenden Zeitfenstern für Vorbereitung, Übergaben und Störungen planen; die Herstellerangaben zur Laufzeit nur unter ihren jeweiligen Betriebsbedingungen verwenden.

Relevante Marken zur Orientierung

Unitree

R1 EDU und G1 EDU kommen für kompakte Lehr- und Entwicklungsprojekte infrage; Terra Robotics bietet für diese Modelle Schulung und technischen Support an.

  • Die Unitree-Dokumentation beschreibt für R1 SDK, ROS 2, DDS und Schnittstellen; R1 EDU wird dort mit 26 Freiheitsgraden aufgeführt.
  • Vor der Auswahl sind die zugesagten Funktionen der konkreten Variante, deutschsprachige Nutzungsunterlagen und die Bedingungen der Serviceleistungen zu klären.

PAL Robotics

TALOS ist auf Forschungsarbeit mit einem großen, ROS-basierten Humanoiden ausgerichtet und kommt damit vor allem für entsprechend ausgestattete Labore in Betracht.

  • PAL Robotics beschreibt TALOS als konfigurierbare Plattform für Bewegungs- und Manipulationsaufgaben.
  • Bei der angegebenen Größe von 1,75 m und Masse von 95 kg sind Arbeitsbereich und Schutzkonzept besonders sorgfältig auf die geplanten Versuche abzustimmen.

ROBOTIS

OP3 ist eine kleinere humanoide Plattform für Lehrprojekte zu ROS, Sensorik und Kinematik.

  • ROBOTIS dokumentiert ROS-Pakete und beschreibt für die aktuelle OP3-Generation eine Ausrichtung auf ROS 2.
  • Vor der Beschaffung sollten die Sprache der benötigten Unterlagen sowie Support- und Ersatzteilbedingungen für das konkrete Angebot geklärt werden.

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Häufige Fragen

Welche Produktunterlagen sollte eine Hochschule vor der Beschaffung prüfen?

Bei einem elektrischen oder funkfähigen humanoiden Roboter sollten die Unterlagen des konkreten Angebots geprüft werden. Die Bundesnetzagentur nennt dafür unter anderem CE-Kennzeichnung, Produkt- und Herstellerangaben, eine deutsche Bedienungsanleitung mit notwendigen Nutzungs- und Warnhinweisen sowie eine korrekte Konformitätserklärung. Diese Prüfung ersetzt kein Sicherheitskonzept für den vorgesehenen Lehrbetrieb.

Welche Serviceleistungen gehören schriftlich ins Angebot?

Schulung, Implementierungsberatung, technischer Support, Wartung und Ersatzteilversorgung sollten mit Leistungsumfang und Zuständigkeiten für das konkrete Modell festgehalten werden. Terra Robotics führt beim R1 EDU und G1 EDU mehrere dieser Leistungen als verfügbar oder zubuchbar auf; entscheidend ist, was der jeweilige Vertrag tatsächlich umfasst.