Für wen ist ein Testfeld sinnvoll?

Pilotteams für körperlich belastende Routineaufgaben

Sie möchten wiederholbare Handhabungs-, Sortier- oder Transportaufgaben in einem abgegrenzten Lagerbereich erproben, bevor sie über weitere Anwendungen entscheiden. ROSSMANN beschreibt seinen Walker-S2-Einsatz ausdrücklich als Pilot zur Prüfung der Integration in bestehende Abläufe.

Lagerbetriebe mit hohem IT-Integrationsbedarf

Für sie zählt, ob Aufträge, Rückmeldungen und Störungen in vorhandene Systeme und Arbeitsabläufe eingebunden werden können. Der von NEURA Robotics beschriebene PoC mit SAP und BITZER untersucht Kommissionieraufgaben mit SAP-EWM-Anbindung.

Teams mit Verantwortung für Sicherheit und Freigabe

Sie müssen die geplante Tätigkeit, die Zusammenarbeit mit Beschäftigten und vorhersehbare Störungen bereits bei der Auswahl berücksichtigen. Nach § 3 der deutschen Betriebssicherheitsverordnung soll die Gefährdungsbeurteilung vor Auswahl und Beschaffung des Arbeitsmittels beginnen.

Was ist bei der Auswahl wichtig?

Legen Sie zunächst Aufgabe, Arbeitsbereich und Sicherheitsanforderungen fest. Prüfen Sie anschließend die IT-Anbindung und ob Energieversorgung sowie Unterstützung vor Ort zum geplanten Pilotbetrieb passen.

Anliegen Beim Kauf prüfen Für wen besonders wichtig
Sicherheit und Freigabe Geplante Verwendung, Wege und Übergaben in die Gefährdungsbeurteilung aufnehmen; Schutzmaßnahmen und Störfallabläufe festlegen. Wenn Beschäftigte und Roboter denselben Lagerbereich nutzen, muss ich den Pilot kontrolliert freigeben können. Für rund 36 % der Beschaffenden wäre diese Freigabe das vorrangige Anliegen.
IT und Störungsmanagement Auftrags- und Rückmeldeschnittstellen sowie Alarmierung und manuelle Übernahme im eigenen Workflow testen. Wenn Aufgaben aus meinem Lagersystem kommen, brauche ich nachvollziehbare Rückmeldungen und einen Weg für Fehlerfälle. Eine prüfbare Integration stünde für rund 29 % der Beschaffenden an erster Stelle.
Abgegrenzte Aufgabe Objektvarianten und Übergabepunkte begrenzen; Eingriffe, Fehlgriffe und Stillstände für die gewählte Tätigkeit erfassen. Bei einer wiederkehrenden Handhabungsaufgabe will ich erkennen, ob der Roboter sie unter meinen Lagerbedingungen bewältigt. Rund 21 % der Beschaffenden würden diesen Aufgabennachweis vorrangig verfolgen.
Energie und Unterstützung Lade- oder Wechselverfahren, Wartung, Ersatzteile und Zuständigkeiten für Störungen vereinbaren. Wenn der Test über einzelne Vorführungen hinausgeht, brauche ich planbare Unterbrechungen und erreichbare technische Unterstützung. Für rund 14 % der Beschaffenden wäre die Betriebskontinuität das wichtigste Anliegen.

Welche Fehler erschweren den Pilot?

  • Einen Demonstrator für ein freigegebenes Arbeitsmittel halten

    Eine Vorführung bildet weder die Arbeitsorganisation noch die Störungen und Eingriffe am eigenen Lagerstandort vollständig ab.

    Beginnen Sie die Gefährdungsbeurteilung gemäß § 3 der Betriebssicherheitsverordnung vor Auswahl und Beschaffung. Verknüpfen Sie die Pilotfreigabe mit der konkreten Tätigkeit, Schutzmaßnahmen und klaren Kriterien für eine Unterbrechung.

  • Ohne messbare Lageraufgabe beschaffen

    Ein allgemein beschriebener Einsatz lässt offen, welche Objekte, Übergaben und Ausnahmen der Roboter tatsächlich bewältigen soll. ROSSMANN untersucht im Pilot erst, welche Abläufe mit dem Walker S2 funktionieren.

    Definieren Sie eine wiederholbare Aufgabe und erfassen Sie dafür beispielsweise Eingriffe, Fehlgriffe, Durchsatz und Stillstände.

    Werden Objektvarianten und Ausnahmefälle erst nach Beginn festgelegt, können zusätzliche Anpassungen und Unterbrechungen des Tests nötig werden.

  • Die IT-Einbindung auf später verschieben

    Ohne festgelegte Auftragsübergabe, Rückmeldung und Fehlerbearbeitung zeigt eine Vorführung nur einen Teil des geplanten Betriebs. ROSSMANN nennt IT-Infrastruktur und Programmierbarkeit ausdrücklich als Fragen seines Piloten.

    Vereinbaren Sie vor dem Pilotvertrag einen Schnittstellentest und klären Sie Alarmierung, Updates sowie die manuelle Übernahme bei Störungen.

  • Batteriewechsel mit garantierter Verfügbarkeit gleichsetzen

    UBTECH beschreibt einen autonomen Batteriewechsel für Walker S2; daraus folgt keine feste Einsatzdauer im jeweiligen Lager. Wege zur Station, Wartung und technische Hilfe beeinflussen den Ablauf ebenfalls.

    Prüfen Sie Wechsel- oder Ladeinfrastruktur, Ersatzteile, Zuständigkeiten und vereinbarte Reaktionszeiten als eigene Abnahmepunkte des Piloten.

Relevante Plattformanbieter zur Orientierung

UBTECH

Walker S2 wird 2026 bei ROSSMANN in Burgwedel für die Einbindung in Logistikabläufe erprobt. Terra Robotics beschreibt seine Rolle als DACH-Distributor und technischer Implementierungspartner.

  • Der deutsche Pilot und eine benannte lokale Implementierungsunterstützung bieten konkrete Anknüpfungspunkte für Fragen zu Ablauf und Betreuung.
  • ROSSMANN bewertet im Pilot erst die praktische Integration; der Einsatz belegt keine Eignung des Walker S2 für andere Lager oder Aufgaben.

NEURA Robotics

NEURA Robotics beschreibt einen gemeinsamen PoC mit SAP und BITZER in Rottenburg, bei dem 4NE1 Kommissionieraufgaben mit SAP-EWM-Anbindung ausführte.

  • Der beschriebene PoC ist für Betriebe interessant, die eine konkrete Kommissionieraufgabe mit ihrer Lager-IT verbinden möchten.
  • Ein PoC für einen bestimmten Workflow belegt nicht, dass sich dessen Ablauf, Betreuung oder Modellkonfiguration auf einen anderen Standort übertragen lassen.

Agility Robotics

Digit ist eine Vergleichsplattform für Tote-Handling und die Einbindung in Lagerprozesse. Agility Robotics beschreibt einen Einsatz bei GXO; für Digit 5 kündigt der Hersteller Software zur Integration mit kompatiblen Lagerautomationssystemen an.

  • Die Herstellerangaben liefern konkrete Fragen zu Aufgabenübergabe, Betriebsüberwachung und Schnittstellen für einen Plattformvergleich.
  • Für einen deutschen Pilot sollten Lieferweg, Integrationsleistung, Service und Unterlagen der angebotenen Variante vor einer engeren Auswahl geklärt werden.

Apptronik

Apptronik stellt Apollo für Lager- und Materialflussaufgaben dar. Nach Angaben des Unternehmens untersucht Mercedes-Benz mögliche logistiknahe Einsätze zur Bereitstellung von Teilen für die Produktion.

  • Die beschriebenen Aufgaben können als Vergleichspunkt dienen, wenn Materialtransport und Übergaben im eigenen Pilot im Mittelpunkt stehen.
  • Ein untersuchter Anwendungsfall ersetzt weder den Nachweis für die eigene Aufgabe noch die Klärung von Lieferung, Betreuung und Unterlagen für den deutschen Standort.

Joybuy-Produkte zum Thema

Passende Produkte folgen in Kürze.

Häufige Fragen

Wann sollte die Gefährdungsbeurteilung für den Pilot beginnen?

Sie sollte bereits vor Auswahl und Beschaffung des humanoiden Roboters beginnen, wenn dieser als Arbeitsmittel verwendet werden soll. § 3 der deutschen Betriebssicherheitsverordnung verlangt, die geplante Verwendung sowie Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation in der Beurteilung zu berücksichtigen.

Welche Lageraufgabe eignet sich als Ausgangspunkt?

Wählen Sie eine wiederholbare Aufgabe mit klaren Objekten, Übergaben und definierten Ausnahmefällen, etwa ein eng begrenztes Tote-Handling oder eine Kommissionieraufgabe. Prüfen Sie im Pilot die tatsächlichen Eingriffe, Fehler und Unterbrechungen für genau diesen Ablauf, statt von einer Vorführung auf weitere Tätigkeiten zu schließen.

Reichen Herstellerangaben zur Sicherheit für den Lagereinsatz?

Nein, Herstellerangaben ersetzen nicht die Gefährdungsbeurteilung für den eigenen Standort. Prüfen Sie, welche Betriebs- und Konformitätsunterlagen für die angebotene Modellvariante und die vorgesehene Verwendung gelten und wie die darin beschriebenen Bedingungen im Lager umgesetzt werden.

Ermöglicht der automatische Batteriewechsel des Walker S2 einen durchgehenden Lagerbetrieb?

Ein durchgehender Betrieb folgt daraus nicht. UBTECH beschreibt für Walker S2 einen autonomen Batteriewechsel; für Ihren Pilot müssen auch die Station, sichere Wege, Aufgabenlast, Wartung und der Umgang mit Störungen zum geplanten Ablauf passen.

Welche IT-Fragen gehören vor Abschluss eines Pilotvertrags auf den Tisch?

Klären Sie, wie Aufgaben ausgelöst und zurückgemeldet werden und wer bei einer Störung den Prozess übernimmt. Für eine Anbindung an WMS, WES, MES oder SAP EWM sollten Sie außerdem Schnittstellen, Zugriffsrechte, Betriebsdaten, Alarmierung und die Zuständigkeit für Änderungen am Workflow konkret testen.