Für wen kommen die Systeme infrage?

Betriebe mit wechselnden Übergaben

Wenn vorhandene, für Menschen angelegte Stationen genutzt werden sollen, muss der Betrieb neben der Fahrt auch das Greifen und Abgeben verschiedener Behälter prüfen. Fraunhofer IPA beschreibt einen Unitree-G1-Demonstrator für Materialtransport; Magazino dokumentiert bei SOTO Behälterübergaben an Stationen unterschiedlicher Höhe.

Betriebe mit wiederkehrenden Transportwegen

Bei standardisierten Ladungsträgern zwischen festgelegten Punkten sollten Betriebe klären, ob ein Greifarm oder eine humanoide Gestalt für den Prozess überhaupt erforderlich ist. Mobile Industrial Robots und KNAPP beschreiben AMR-Lösungen für innerbetriebliche Transporte beziehungsweise unterschiedliche Ladungsträger.

Teams für sichere Betriebspiloten

Wer ein System im Betrieb testen möchte, muss den Pilotprozess abgrenzen, die Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen und die Unterlagen des konkreten Systems prüfen. § 3 und § 4 der Betriebssicherheitsverordnung regeln die Gefährdungsbeurteilung und die Voraussetzungen für die Verwendung von Arbeitsmitteln.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Humanoide Systeme

Geeignet, wenn: Gehen und Greifen an bestehenden, für Menschen gestalteten Übergaben gemeinsam benötigt werden und sich genau dieser Ablauf vor Ort testen lässt.

Abwägung: Navigation, Greifen, Durchsatz, Sicherheitsmaßnahmen und Integration müssen für Modell und Standort geprüft werden; Fraunhofer IML ordnet das Feld als noch früh entwickelt ein.

Mobile Manipulatoren

Geeignet, wenn: Eine fahrende Plattform Behälter an mehreren Höhen aufnehmen oder abgeben soll, ohne dass zweibeiniges Gehen nötig ist.

Abwägung: Greifer, Stationsgeometrie, Fahrwege und Softwareanbindung müssen zum konkreten Prozess passen.

AMR oder Fördertechnik

Geeignet, wenn: Der Schwerpunkt auf dem wiederholten Transport standardisierter Ladungsträger liegt und keine flexible Greifübergabe benötigt wird.

Abwägung: AMR brauchen passende Übergaben sowie Verkehrs- und Ladeplanung; bei Fördertechnik sind Streckenführung und Anpassbarkeit standortspezifisch zu prüfen.

Kaufanliegen Beim Kauf prüfen Wen es besonders betrifft
Greifen und Übergabe Den vollständigen Zyklus mit den eigenen Behältern, Übergabehöhen und Störungen vorführen lassen. Wenn ich vorhandene Stationen nutzen muss, zählt für mich, ob das System Behälter dort zuverlässig aufnehmen und abstellen kann. Bei den Verbrauchern, die komplexe Übergaben an erste Stelle setzen, sind es etwa 31 %.
Wiederkehrender Transport Ladungsträger, Nutzlast, Engstellen, Fahrzyklen und Übergabeart auf derselben Prozessbasis vergleichen. Wenn ich standardisierte Ladungen zwischen festen Punkten bewege, möchte ich wissen, ob ein reiner Fahrtransport genügt. Bei den Verbrauchern mit wiederkehrendem Fahrtransport als wichtigstem Anliegen sind es etwa 25 %.
Sicherer Pilotbetrieb Die Gefährdungsbeurteilung für Wege und Aufgaben erstellen sowie Schutzfunktionen, Warnhinweise und Störungsabläufe des konkreten Systems prüfen. Wenn ich einen betrieblichen Pilot mit Beschäftigten plane, muss ich die tatsächlichen Begegnungen und Störungen beurteilen können. Bei den Verbrauchern, für die ein sicherer Pilotbetrieb Vorrang hat, sind es etwa 25 %.
Flotten- und Ladeintegration Auftragsübergabe, Verkehrssteuerung, Stationen, Ladefenster und Zuständigkeiten bei Störungen festhalten. Wenn ich mehrere Transporte und Stationen in den Betrieb einbinde, brauche ich Klarheit über Software, Ladeplanung und Störungsbearbeitung. Bei den Verbrauchern mit Flottenintegration als wichtigstem Anliegen sind es etwa 19 %.

Typische Beschaffungsfehler

  • Einen Demonstrator als Nachweis für produktiven Lagerbetrieb behandeln

    Ein Demonstrator zeigt einen bestimmten Ablauf, belegt aber nicht, dass das angebotene System den vollständigen Prozess im eigenen Lager bewältigt.

    Definieren Sie den gesamten Transport- und Übergabezyklus unter den eigenen Betriebsbedingungen als Abnahmekriterium.

    Ein Pilot kann zusätzliche Entwicklung und Erprobung am Standort erfordern; planen Sie dafür Zeit und Ressourcen ein.

  • Nur die Fahrt, nicht die Übergabe beschaffen

    Ein AMR kann eine Ladung transportieren, ohne sie selbst an der Station aufzunehmen oder abzugeben. Das sind getrennte Funktionen.

    Halten Sie für jede Station fest, wer den Ladungsträger aufnimmt und absetzt und welche Anpassungen dafür nötig sind.

  • CE-Kennzeichnung mit einer fertigen Gefährdungsbeurteilung verwechseln

    Die Unterlagen des angebotenen Systems und die betriebliche Beurteilung der konkreten Verwendung sind getrennt zu prüfen.

    Prüfen Sie die Herstellerunterlagen und führen Sie die betriebliche Gefährdungsbeurteilung unabhängig davon für die geplanten Aufgaben und Abläufe durch.

Relevante Marken zur Orientierung

Agility Robotics

Digit ist ein humanoides System, das Agility für Behälterübergaben im Lager beschreibt.

  • Agility berichtet über einen Einsatz, bei dem Behälter an Fördertechnik übergeben werden.
  • Der dokumentierte GXO-Einsatz findet in den USA statt und belegt weder Durchsatz noch Eignung oder Lieferbarkeit für ein bestimmtes deutsches Lager.

Unitree Robotics

Der G1 diente Fraunhofer IPA als Plattform für einen Demonstrator zum Materialtransport.

  • Der Demonstrator behandelt ein eng umrissenes Materialtransportszenario.
  • Der Demonstrator weist weder einen produktiven Lagerprozess noch die Eignung eines konkreten G1-Angebots für den gewerblichen Betrieb nach.

Magazino

SOTO ist ein radbasiertes System für innerbetrieblichen Transport und Behälterübergaben.

  • Magazino dokumentiert einen schrittweise eingeführten Einsatz bei WAGO in Minden mit Behälteraustausch an Stationen unterschiedlicher Höhe.
  • Übertragbarkeit, Stationsanpassungen und Softwareanbindung müssen für den eigenen Prozess geprüft werden.

KUKA

KMR iiwa kombiniert laut KUKA ein mobiles Fahrwerk mit einem Roboterarm.

  • Die Herstellerbeschreibung nennt mobile Manipulation und Laserscanner.
  • Die Produktbeschreibung belegt keinen vollständigen Materialtransportzyklus am jeweiligen Lagerstandort.

Mobile Industrial Robots

MiR250 ist ein AMR für innerbetriebliche Transporte und damit eine Vergleichsroute ohne eigene Greifübergabe.

  • Der Hersteller nennt eine maximale Nutzlast von 250 kg und beschreibt die Flottensteuerung über MiR Fleet.
  • Die passenden Einsatzbedingungen sind zu prüfen; das Aufnehmen und Abgeben der Ladung muss im Gesamtsystem gelöst werden.

KNAPP

Das Open-Shuttle-Portfolio umfasst AMR-Varianten für unterschiedliche Ladungsträger.

  • KNAPP beschreibt Lösungen für Behälter, Trays und Paletten sowie Flottensteuerung und Integration.
  • Die passende Ausführung und die konkrete Übergabe müssen vor der Beschaffung festgelegt werden.

Humanoide Systeme bei Joybuy

Die folgende Auswahl bezieht sich auf humanoide Systeme für einen abgegrenzten Pilot zur Objektmanipulation; die Eignung für den vollständigen Lagertransport und die betrieblichen Anforderungen muss separat geprüft werden.

Unitree G1 Humanoid Robot

Unitree G1 Humanoid Robot

Für einen eng abgegrenzten Pilot zur Objektmanipulation relevant; die Eignung für den vollständigen Lagerablauf muss mit den eigenen Aufgaben geprüft werden.

Der Produkttitel nennt kraftgeregelte, geschickte Hände. Für diese Version ist laut Produktangaben kein SDK/API verfügbar, was Anpassungen über Software einschränken kann.

Prüfen Sie vor einem betrieblichen Einsatz die Unterlagen des konkreten Systems und die Gefährdungsbeurteilung für den vorgesehenen Ablauf.

Joybuy

Häufige Fragen

Braucht man für jeden Transport zwischen Lagerbereichen einen humanoiden Roboter?

Nein. Wenn keine eigene Greifübergabe erforderlich ist, sollten Betriebe AMR für die passenden Ladungsträger vergleichen; ob ein humanoides System einen zusätzlichen Nutzen bietet, hängt vom vollständigen Arbeitsablauf ab.

Was muss vor einem betrieblichen Test mit Beschäftigten geklärt sein?

Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung soll die Gefährdungsbeurteilung bereits vor Auswahl und Beschaffung beginnen. Vor der Verwendung müssen die Beurteilung durchgeführt und die daraus ermittelten Schutzmaßnahmen getroffen worden sein; außerdem muss die sichere Verwendung festgestellt sein. Beziehen Sie die tatsächlichen Wege, Übergaben und Störungen des Piloten ein.

Welche Unterlagen sollte man bei einer als Maschine angebotenen Lösung prüfen?

Für eine als Maschine angebotene Lösung sollten Betriebe die erforderlichen Herstellerinformationen einschließlich Betriebsanleitung, die EG-Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung des konkreten Systems prüfen. Im Oktober 2026 sind die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und die 9. ProdSV weiterhin relevant; die Richtlinie gilt nach EUR-Lex bis zum 19. Januar 2027. Ob die konkrete Ausführung die Anforderungen erfüllt, ist anhand ihrer Unterlagen zu prüfen.

Welche laufenden Aufwände sollte das Angebot abdecken?

Lassen Sie Ladeeinrichtungen und Ladezeiten, Stationen, Softwareintegration, Wartung, Ersatzteile und Betreuung getrennt aufführen. Vergleichen Sie diese Punkte für denselben Prozess und dieselben Einsatzbedingungen, statt unterschiedliche Systeme anhand nicht vergleichbarer Einzelangaben zu bewerten.