Was entscheidet über die Auswahl?
Beginnen Sie beim Vermittlungsziel: Soll der Körper des Roboters, seine Bewegung oder vor allem das Gespräch erfahrbar werden? Entscheiden Sie anschließend, wie viel Raum, Inhaltsarbeit und Betreuung das gewählte Format im Publikumsbetrieb benötigt.
| Anliegen |
Beim Kauf prüfen |
Für wen wichtig |
| Humanoide Präsenz |
Mimik, Gestik und Gesprächsablauf am geplanten Standort vorführen lassen; für einen stationären Humanoiden wie Ameca auch die Pflege der Inhalte einplanen. |
Der Roboter soll als sichtbares Gegenüber selbst zum Ausstellungsinhalt werden, statt nur Antworten auszugeben. Für rund 30 % der interessierten Einrichtungen dürfte diese Präsenz das vorrangige Anliegen sein. |
| Steuerbarer Dialog |
Eigene Ausstellungsfragen und benötigte Sprachen erproben; Zuständigkeiten für Inhalte sowie lokale und externe Datenverarbeitung klären. |
Wenn Gespräche regelmäßig zum Ausstellungsthema zurückführen sollen, zählt die redaktionelle Kontrolle mehr als ein ganzer Roboterkörper. Darauf dürften etwa 30 % der interessierten Einrichtungen zuerst achten. |
| Betreute Erprobung |
Für eine Vorführung, Miete oder einen Avatar Aufbau, Personal, Inhalte und gegebenenfalls Kamera- und Audiofunktionen festlegen. |
Bevor eine dauerhafte Installation entsteht, möchte das Team den Ablauf mit begrenztem Betreuungsaufwand erproben. Ein kontrollierter Pilot dürfte für ungefähr 20 % der interessierten Einrichtungen Vorrang haben. |
| Mobile Demonstration |
Die genaue Modellvariante und ihre Betriebsgrenzen mit Bewegungsraum, Besucherführung, Aufsicht und Störungsablauf abgleichen. |
Fortbewegung und verkörperte Robotik sollen anschaulich werden; dafür kann ein abgegrenzter Vorführbereich nötig sein. Bei rund 20 % der interessierten Einrichtungen dürfte die Bewegung das wichtigste Ziel sein. |
Wird der Roboter in Deutschland als Arbeitsmittel verwendet, verlangt § 3 der Betriebssicherheitsverordnung eine Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung; sie soll bereits vor Auswahl und Beschaffung beginnen. Der konkrete Ausstellungsraum und vorhersehbare Betriebsstörungen gehören in diese Beurteilung. Ein Bildschirm-Avatar vermeidet zwar die Bewegung eines mobilen Roboters, kann aber ebenfalls eine Prüfung der Datenverarbeitung erfordern, wenn Kamera, Mikrofon oder externe Dienste eingesetzt werden.
Relevante Marken zur Orientierung
Die folgenden Produktlinien stehen für unterschiedliche Formen der Besucherinteraktion; die Nennung einer Marke sagt nichts über die Verfügbarkeit einer bestimmten Museums-Konfiguration aus.
Engineered Arts
Der Hersteller von Ameca ist für Ausstellungen relevant, in denen ein menschenähnliches Gegenüber selbst zum Exponat wird. Das Heinz Nixdorf MuseumsForum und das Deutsche Museum Nürnberg dokumentieren Einsätze von Ameca.
- Engineered Arts beschreibt Ameca als interaktiven, programmierbaren humanoiden Roboter; die beiden Museumsbeispiele zeigen konkrete Einsatzformen.
- Das Deutsche Museum Nürnberg beschreibt eine eigens gestaltete Gesprächsführung. Deren Inhalte, Sprachen und Datenwege lassen sich nicht auf jede Ameca-Konfiguration übertragen.
Furhat Robotics
Furhat ist ein stationärer sozialer Roboter für Einrichtungen, die ein anpassbares Gespräch mit einem animierten Gesicht wichtiger finden als einen lebensgroßen Körper.
- Nach Angaben von Furhat Robotics wiegt das System 3,5 kg; der Hersteller beschreibt Kamera, Mikrofone, Lautsprecher und ein projiziertes Gesicht.
- Laut Furhat Robotics ist typischerweise eine Internetverbindung erforderlich. Ein Betrieb mit lokalen KI-Modellen hängt vom gewählten Setup ab; Stromversorgung und Belüftung sind bei der Aufstellung zu berücksichtigen.
Unitree
Mit dem G1 steht eine mobile humanoide Plattform im Blickfeld, wenn die Bewegung des Roboters selbst demonstriert werden soll. Deutsche Anbieter beschreiben ihn unter anderem für Forschung und Vorführungen.
- Die von deutschen Anbietern beschriebenen Demo- und Forschungsanwendungen bieten einen konkreten Ansatzpunkt für eine betreute Technikvorführung.
- Ein Plattformangebot ersetzt weder eine auf das Museum abgestimmte Gesprächsanwendung noch die Beurteilung des konkreten Bewegungsbereichs und der Betreuung.
Mobile Humanoide für betreute Demonstrationen
Diese Joybuy-Produkte gehören zur mobilen Demonstrationsroute: Sie kommen in Betracht, wenn Bewegung und verkörperte Robotik Teil des Vermittlungsziels sind. Für einen Einsatz mit Besuchenden sollten zunächst die genaue Ausstattung und ein abgegrenzter, betreuter Betriebsablauf geklärt werden.
Kein Bild verfügbar
AGIBOT X2 Ultra
Für eine betreute Vorführung, bei der Bewegung und direkte Interaktion gezeigt werden sollen. Der Produkttitel nennt autonome Navigation, Hindernisvermeidung und Interaktion; lassen Sie sich bestätigen, welche dieser Funktionen zur angebotenen Konfiguration gehören.
Für den autonomen Betrieb nennen die Produktangaben mindestens 2 m Abstand und Aufsicht. Bewegungsraum, Gesprächsfunktionen und Datenverarbeitung müssen zum geplanten Museumsaufbau passen.
Bei Joybuy ansehen
Kein Bild verfügbar
Unitree R1, Blau und Weiß
Für eine betreute Demonstration humanoider Bewegung mit Sprachinteraktion. Der Produkttitel nennt 26 Freiheitsgrade, zwei Kameras und ein integriertes KI-Sprachmodell; daraus folgt noch keine redaktionell steuerbare Museumsführung.
Klären Sie vor dem Aufbau die Gesprächssprachen, Datenwege und Betriebsgrenzen der konkreten Variante. Für den Bewegungsbereich sind Aufsicht und eine standortbezogene Gefährdungsbeurteilung einzuplanen.
Bei Joybuy ansehen
Häufige Fragen
Braucht ein Museum für einen humanoiden Roboter eine Gefährdungsbeurteilung?
Ja, wenn das Museum den Roboter als Arbeitsmittel verwendet: § 3 der Betriebssicherheitsverordnung verlangt eine Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung, die bereits vor Auswahl und Beschaffung beginnen soll. Sie muss den konkreten Betrieb einschließlich Arbeitsumgebung und vorhersehbarer Störungen erfassen und fachkundig durchgeführt werden; andernfalls ist fachkundige Beratung einzuholen.
Genügt eine CE-Kennzeichnung für den Betrieb im Besucherbereich?
Nein, bei Verwendung als Arbeitsmittel entbindet eine CE-Kennzeichnung nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung nicht von der Gefährdungsbeurteilung. Ob beispielsweise Bewegungsraum, Abstände und Aufsicht zum Besucherbetrieb passen, muss anhand des konkreten Roboters und Ausstellungsaufbaus beurteilt werden.
Was ist bei Kameras, Mikrofonen und Gesprächsprotokollen zu beachten?
Wenn die geplante Interaktion personenbezogene Daten verarbeitet, müssen Datenflüsse und Informationen für Besuchende vor dem Einsatz geklärt werden. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit erläutert die grundsätzliche Information betroffener Personen bei der Erhebung; die Datenschutzkonferenz weist auf die Eingriffsintensität moderner Videoanalyse hin. Welche weiteren Anforderungen gelten, hängt von den aktivierten Funktionen und der konkreten Verarbeitung ab.
Kann Furhat ohne Internetverbindung betrieben werden?
Laut Furhat Robotics ist eine Internetverbindung normalerweise erforderlich; mit lokalen KI-Modellen und entsprechendem Setup kann Furhat auch offline arbeiten. Fragen Sie deshalb für die gewünschte Gesprächsanwendung nach den tatsächlich benötigten Diensten, dem Datenfluss und dem Verhalten bei einem Netzausfall.
Welche Aufstellbedingungen nennt Furhat für eine längere Installation?
Furhat Robotics nennt eine externe Stromversorgung, eine Umgebungstemperatur von 5–25 °C und 200 mm freien Raum hinter dem Gerät zur Belüftung. Gleichen Sie diese Herstellerangaben mit dem vorgesehenen Einbauort und der Besucherführung ab.