Für wen ist ein Pilot relevant?

Verantwortliche für variantenreiche Handhabung

Wer Materialbereitstellung, Picking, Verpackung oder Inspektion mit wechselnden Artikeln plant, braucht zuerst einen begrenzten Versuch mit konkreten Werkstücken und Aufgaben. SchmidtFactories empfiehlt, Aufgabenfit, Eingriffe und Fehlerbehebung im Pilot zu prüfen.

Entscheidende im Architekturvergleich

Sie prüfen, ob ein Humanoid für ihren Ablauf einen nachvollziehbaren Grund bietet, von einer festen Roboterzelle, einem Cobot oder einem mobilen Manipulator abzuweichen. Die Optionen müssen an derselben Aufgabe verglichen werden.

Verantwortliche für Betrieb und Arbeitsschutz

Sie müssen Aufbau, Personenwege, Werkstücke und Betriebsarten in die Beurteilung des konkreten Arbeitsplatzes einbeziehen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bezeichnet die Gefährdungsbeurteilung als zentrales Element des betrieblichen Arbeitsschutzes.

Was entscheidet über die Auswahl?

Für Betriebe, die einen humanoiden Piloten in variantenreichen Industrieabläufen prüfen, kommt zuerst die konkrete Aufgabe, dann die passende Form der Erprobung: eigene Entwicklungsplattform, betreute Miete oder ein Integrationsprojekt. Bei weitgehend stabilen Abläufen gehört auch eine nicht-humanoide Lösung in den Vergleich.

AnliegenBeim Kauf prüfenFür wen besonders wichtig
Aufgaben- und Variantenfit Eine Aufgabenfamilie mit realen Werkstücken, Greifbedingungen und messbaren Abnahmekriterien festlegen; Eingriffe und Fehlerbehebung mitprüfen. Wenn Artikel und Greifpunkte häufig wechseln, wollen Pilotverantwortliche zunächst sehen, ob der Roboter genau diesen Ablauf bewältigt. Rund 31 % der kaufinteressierten Betriebe stellen den Aufgabenfit an erste Stelle.
Arbeitsplatzsicherheit Konfiguration, Bewegungen und Personenwege für die Gefährdungsbeurteilung erfassen; Schutzmaßnahmen und Unterweisung für den Einsatzort planen. Wo Beschäftigte den Arbeitsraum betreten können, brauchen Betriebsverantwortliche ein Schutzkonzept für die tatsächlichen Bewegungen und Lasten. Für etwa 25 % der kaufinteressierten Betriebe hat die sichere Einbettung Vorrang.
Begrenzter Pilot Bei Miete oder Betreuung Modell, Operator-Rolle, Aufbau, Datenzugriff und Kriterien für Abschluss oder Abbruch vereinbaren. Solange die Aufgabe noch nicht auf realer Hardware erprobt ist, möchten Pilotteams sich nicht langfristig auf eine Plattform festlegen. Ungefähr 19 % der kaufinteressierten Betriebe priorisieren deshalb einen zeitlich begrenzten Versuch.
Automatisierungsarchitektur Humanoid, feste Zelle, Cobot und mobilen Manipulator mit denselben Werkstücken, Taktanforderungen, Eingriffen und Sicherheitsanforderungen vergleichen. Bei weitgehend gleichbleibenden Arbeitsschritten wollen Automatisierungsentscheidende prüfen, ob Mobilität und menschenähnliche Bewegung überhaupt benötigt werden. Etwa 25 % der kaufinteressierten Betriebe setzen den Architekturvergleich an erste Stelle.

Welche Fehlannahmen erschweren den Pilot?

  • Eine Vorführung mit einem belastbaren Prozess verwechseln

    Eine gelungene Einzelbewegung zeigt noch nicht, wie das System mit wechselnden Werkstücken, Störungen und Eingriffen umgeht. SchmidtFactories empfiehlt, Takt, menschliche Eingriffe und Fehlerbehebung ausdrücklich zu prüfen.

    Testen Sie eine begrenzte Aufgabenfamilie mit festgelegten Fehlerfällen und dokumentieren Sie, unter welchen Bedingungen der Pilot fortgesetzt oder beendet wird.

    Greiferanpassung, Schnittstellen und die Behebung von Störungen können zusätzliche Vorbereitung und Betreuung erfordern.

  • CE-Kennzeichnung als Freigabe des Arbeitsplatzes verstehen

    Nach § 3 der deutschen Betriebssicherheitsverordnung ist die Gefährdungsbeurteilung auch bei vorhandener CE-Kennzeichnung vor der Verwendung erforderlich. Die Bedingungen am Einsatzort müssen dabei berücksichtigt werden.

    Beginnen Sie die fachkundige Beurteilung bereits bei der Auswahl und nutzen Sie Herstellerunterlagen als Grundlage, nicht als Ersatz für die Bewertung des Arbeitsplatzes.

  • „Kollaborativ“ mit Betrieb ohne weitere Schutzmaßnahmen gleichsetzen

    Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung weist darauf hin, dass auch bei technischen Schutzmaßnahmen ein Restkollisionsrisiko bestehen kann. Welche Maßnahmen nötig sind, hängt vom konkreten Arbeitsraum und System ab.

    Bewerten Sie Bewegungen, Werkzeug, Last und mögliche Annäherungen von Personen, bevor Sie Zugangsschutz und Stillsetzfunktionen festlegen.

  • Den Humanoiden ohne Aufgabenvergleich voraussetzen

    Die menschenähnliche Bauform beantwortet nicht, ob eine feste Zelle, ein Cobot oder ein mobiler Manipulator den geplanten Ablauf ebenso abdecken kann.

    Vergleichen Sie die Lösungen mit denselben Werkstücken, Prozessschritten, Eingriffen und Anforderungen an die Absicherung.

Relevante Marken zur Orientierung

Unitree Robotics

Der G1 ist eine humanoide Plattform für Entwicklungs- und Forschungsversuche.

  • Unitree Robotics nennt für den G1 je nach Ausführung 23 bis 43 Gelenkantriebe sowie eine Tiefenkamera und 3D-LiDAR.
  • Diese Herstellerangaben belegen weder den Fit für eine bestimmte Handhabungsaufgabe noch ein Schutzkonzept für den Einsatzort.

NEURA Robotics

NEURA Robotics stellt 4NE1 als humanoide Plattform für Arbeitsanwendungen dar.

  • Für Betriebe mit Interesse an 4NE1 lässt sich ein Pilot um eine konkret beschriebene Aufgabe planen.
  • Leistungsdaten für diese Aufgabe, Sicherheitsintegration und Servicebedingungen sollten vor einer Zusage für die geplante Konfiguration geklärt werden.

igus

igus beschreibt iggyRob als humanoides Entwicklungskonzept im Umfeld seiner Automatisierungskomponenten.

  • Laut igus verbindet das Konzept ReBeL-Roboterarme mit einer ReBeLMove-Mobilbasis.
  • Aus der Komponentenkombination allein folgen weder die Eignung für eine bestimmte Aufgabe noch die erforderlichen Schutzmaßnahmen.

DOBOT

Die humanoide Plattform LUMO L1 ist als mögliche Forschungs- und Entwicklungsplattform einzuordnen.

  • Für einen Entwicklungsversuch können die konkrete Variante und die vorgesehenen Versuchsaufgaben gemeinsam geprüft werden.
  • Die Einordnung als Forschungsplattform bestätigt keinen einsatzfähigen Prozess für Materialhandling oder Verpackung.

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Häufige Fragen

Reicht die CE-Kennzeichnung für einen betrieblichen Pilot?

Nein. Nach § 3 der deutschen Betriebssicherheitsverordnung entbindet sie den Arbeitgeber nicht von der Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung. Dabei sind auch die Arbeitsumgebung, die Werkstücke und der geplante Ablauf zu berücksichtigen.

Soll die Gefährdungsbeurteilung schon vor der Beschaffung beginnen?

Ja. Nach § 3 der deutschen Betriebssicherheitsverordnung soll sie bereits vor Auswahl und Beschaffung des Arbeitsmittels begonnen werden. Legen Sie daher Aufgabe, Einsatzort und mögliche Personenbewegungen frühzeitig fest.

Wer darf die Gefährdungsbeurteilung durchführen?

Nur fachkundige Personen dürfen sie durchführen. Fehlt die Fachkunde im Betrieb, muss der Arbeitgeber nach § 3 der deutschen Betriebssicherheitsverordnung fachkundige Beratung hinzuziehen.

Müssen Beschäftigte vor dem ersten Einsatz unterwiesen werden?

Ja. § 12 der deutschen Betriebssicherheitsverordnung verlangt vor der erstmaligen Verwendung eine Unterweisung anhand der Gefährdungsbeurteilung. Sie muss zu den Tätigkeiten, Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und dem Verhalten bei Störungen passen.

Macht ein Mietangebot mit Operator den Pilot automatisch sicher?

Nein. Technische Betreuung ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung für den Einsatzort noch die erforderlichen Schutzmaßnahmen und die Unterweisung. Klären Sie im Vertrag, welche Aufgaben der Anbieter übernimmt und welche beim Betrieb bleiben.