Für wen eignen sich Logistikpiloten?

Lagerteams mit belastenden Handgriffen

Sie möchten eine bestimmte repetitive oder ergonomisch ungünstige Tätigkeit erproben und Entlastung sowie Leistung vor Ort prüfen, statt sie aus einer Demonstration abzuleiten. Die Dirk Rossmann GmbH und Fraunhofer IML benennen solche Aufgaben als relevante Prüffelder.

Betreiber mit WMS-Anbindung

Für sie zählt, ob Roboteraufträge, Rückmeldungen und Materialfluss zu vorhandenen IT- und Lagerprozessen passen. NEURA Robotics beschreibt dazu einen Proof of Concept mit SAP EWM bei BITZER; LOGISTIK HEUTE berichtet über die Vorbereitung einer abgesicherten Testumgebung im ROSSMANN-Pilot.

Verantwortliche für sichere Pilotfreigabe

Sie müssen Einsatzbereich, Zusammenarbeit mit Beschäftigten und Schutzmaßnahmen beurteilen, bevor der Roboter als Arbeitsmittel verwendet wird. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie die BetrSichV bilden dafür wichtige Bezugspunkte.

Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?

Abgegrenzte Logistikaufgabe

Geeignet, wenn: Sie einen bestimmten Handgriff, etwa Greifen, Umsetzen oder eine Übergabe, unter festgelegten Bedingungen prüfen wollen.

Abwägung: Ein enger Test lässt sich besser auswerten, sagt aber noch nichts über wechselnde Aufgaben oder Mehrschichtbetrieb aus.

Integration in Lagerprozesse

Geeignet, wenn: Aufträge oder Übergaben mit einem Lagerverwaltungssystem und dem bestehenden Materialfluss zusammenspielen sollen.

Abwägung: Der Prozessbezug macht den Test aussagekräftiger, erfordert aber Schnittstellenarbeit, Berechtigungen und Betreuung.

Stufenweiser Testbetrieb

Geeignet, wenn: Sie erst Aufgabenpassung und Zusammenarbeit mit Beschäftigten prüfen und anschließend über eine mögliche Ausweitung entscheiden wollen.

Abwägung: Mehrere Teststufen binden Zeit und Personal; ein angekündigter Pilot ist noch kein Nachweis für den späteren Regelbetrieb.

Legen Sie zuerst Aufgabe und Einsatzbedingungen fest. Vergleichen Sie danach die vollständige Pilotkonfiguration, nicht nur das Robotermodell.

Anliegen Beim Kauf prüfen Wem das besonders wichtig ist
Passung zur Lageraufgabe Objektmix, Gewichte, Greifpunkte und Übergabehöhen festhalten; erfolgreiche Übergaben, Fehler und nötige Eingriffe unter denselben Bedingungen erfassen. Wenn ich einen konkreten Handgriff prüfen will, brauche ich Tests mit den tatsächlichen Objekten und Übergabepunkten. Rund 26 % der Verbraucher stellen die Passung zur Aufgabe an erste Stelle.
Sicherheit am Einsatzort Vor der Verwendung die tätigkeits- und standortbezogene Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und deren Wirksamkeit prüfen; keine pauschale Sicherheitsdistanz aus einem Datenblatt übernehmen. Wenn Beschäftigte und Roboter denselben Bereich nutzen, möchte ich die Risiken und Schutzmaßnahmen für genau diesen Ablauf klären. Rund 26 % der Verbraucher priorisieren die sichere Freigabe des Einsatzbereichs.
IT- und Prozessintegration Für die angebotene Variante Auftragsübergabe, Rückmeldungen, Zugriffsrechte, Testumgebung und Zuständigkeit bei Störungen vorführen lassen. Wenn der Roboter Aufträge aus meinem WMS erhalten soll, möchte ich den gesamten Datenweg samt Rückmeldungen und Störfällen testen. Rund 21 % der Verbraucher achten vorrangig auf die Integration in bestehende IT- und Materialflussprozesse.
Pilot und mögliche Ausweitung Ein Angebot für die exakt getestete Konfiguration einschließlich Inbetriebnahme, Schnittstellen, Betreuung, Energieversorgung und Abnahmekriterien einholen. Wenn ich zunächst einen begrenzten Versuch plane, möchte ich trotzdem wissen, welche Leistungen dazugehören und was sich für eine spätere Ausweitung ändern würde. Rund 16 % der Verbraucher setzen vollständige Pilotkosten und Skalierbarkeit an erste Stelle.
Bedienung und Zusammenarbeit Bedien- und Eingriffszeiten dokumentieren und Beschäftigte zu den tatsächlich getesteten Abläufen befragen. Wenn mein Team den Roboter später betreuen soll, möchte ich Bedienaufwand und Zusammenarbeit im konkreten Ablauf erproben. Rund 11 % der Verbraucher priorisieren Betreuung und Erfahrungen der Beschäftigten.

Welche Fehlannahmen sollten Sie vermeiden?

  • Nur den humanoiden Roboter statt des vollständigen Systems betrachten

    Für eine konkrete Aufgabe können neben dem Gerät auch Greifer, Schutzmaßnahmen, Peripherie, Ladeinfrastruktur und Integrationsarbeit nötig sein. Fraunhofer IPA unterscheidet zwischen dem Roboter und dem für die Anwendung erforderlichen Robotersystem.

    Legen Sie Aufgabe und Systemgrenzen fest und lassen Sie den vollständigen Testaufbau anbieten.

  • Herstellerangaben oder kumulierte Einsatzzahlen als eigenen Durchsatz lesen

    Eine Traglastangabe beschreibt nicht automatisch, ob ein System Ihre Objekte zuverlässig erkennt, greift und übergibt. Eine von Agility Robotics gemeldete kumulierte Behälterzahl aus einem US-Einsatz ist keine stündliche Leistungskennzahl für Ihren Standort.

    Messen Sie im eigenen Pilot erfolgreiche Zyklen, Ausfälle, Eingriffe und verfügbare Betriebszeit mit dokumentiertem Objektmix.

  • CE-Kennzeichnung mit betrieblicher Freigabe gleichsetzen

    Nach § 3 BetrSichV entbindet eine CE-Kennzeichnung den Arbeitgeber nicht von der Gefährdungsbeurteilung für den konkreten Einsatz.

    Beziehen Sie die fachkundige Arbeitsschutzbewertung in die Pilotplanung ein und prüfen Sie die Wirksamkeit der erforderlichen Schutzmaßnahmen vor der Verwendung.

  • Eine reservierbare Variante als sofort verfügbares Komplettsystem behandeln

    NEURA Robotics erwartete auf seiner Reservierungsseite die Verfügbarkeit des 4NE1 Gen 3.5 erst für Ende 2026; eine Reservierung klärt für sich genommen weder genaue Ausführung noch Lieferumfang.

    Bestätigen Sie vor einer Pilotzusage Modellversion, Liefertermin, Zubehör und vereinbarten Leistungsumfang.

Welche Hersteller kommen als Bezugspunkt infrage?

UBTECH

Der Walker S2 ist ein konkreter Bezugspunkt für einen deutschen Logistikpiloten: Die Dirk Rossmann GmbH testet das Modell 2026 in Burgwedel mit Unterstützung von Terra Robotics.

  • UBTECH nennt für den Walker S2 einen autonomen Batteriewechsel und Handhabungsdaten.
  • Der Pilot belegt weder erreichten Durchsatz noch Wirtschaftlichkeit oder die Eignung an einem anderen Standort. Wechselstation und Integration sind gesondert zu klären.

NEURA Robotics

4NE1 ist ein möglicher Bezugspunkt für Betreiber, die eine Lager-IT-Anbindung prüfen möchten. NEURA Robotics beschreibt einen Proof of Concept mit SAP und BITZER in einem deutschen Lager.

  • Der beschriebene Anwendungsfall verbindet SAP EWM mit einem 4NE1-System über die SAP Business Technology Platform.
  • Der Projektaufbau belegt keine Kompatibilität mit beliebigen WMS-Installationen. Die 4NE1-Ausführungen unterscheiden sich; die Reservierungsseite erwartete die Verfügbarkeit von Gen 3.5 erst für Ende 2026.

Agility Robotics

Digit ist ein Vergleichspunkt für Behälterübergaben zwischen mobiler Robotik und Fördertechnik. Agility Robotics und GXO beschreiben dafür einen Einsatz in einem US-Lager.

  • Der berichtete Anwendungsfall umfasst Behälterübergaben an Fördertechnik.
  • Der US-Einsatz belegt weder eine deutsche Bezugszusage noch die Leistung an einem bestimmten Standort oder einen stündlichen Durchsatz.

Unitree

G1 und G1 EDU kommen als Bezugspunkt für Teams infrage, die Bewegungs- und Entwicklungsaufwand einer humanoiden Plattform untersuchen möchten, bevor sie einen Lageranwendungsfall festlegen.

  • Unitree unterscheidet die Varianten unter anderem bei Freiheitsgraden und Handkonfigurationen; die Entwicklungsdokumentation beschreibt SDK-Funktionen.
  • Daraus folgt keine fertige oder betrieblich freigegebene Logistikanwendung. Varianten können sich bei Schnittstellen und Greiffähigkeit unterscheiden.

Humanoide Roboter für frühe Logistikpiloten bei Joybuy

Die folgenden Angebote betreffen humanoide Plattformen für frühe technische Pilotvorhaben. Modellangaben allein belegen weder die Eignung für einen konkreten Lagerprozess noch eine sichere betriebliche Freigabe.

Booster Robotics K1 Geek, humanoide Entwicklungsplattform

Booster Robotics K1 Geek

Kann als Ausgangspunkt für ein frühes technisches Pilotsetup dienen, wenn Entwicklungsarbeit Teil des Vorhabens ist; der Produkttitel bezeichnet das Modell als Entwicklungsplattform.

Im Produkttitel genannt: 48 TOPS AI und 22 DoF.

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Unitree R1, humanoider Roboter mit zwei Kameras

Unitree R1

Kommt für einen abgegrenzten Plattform-Pilot infrage, wenn die im Angebot genannten Kamera- und Gelenkmerkmale für die geplante Erprobung relevant sind.

Im Produkttitel genannt: zwei Kameras, 26 DoF und ein integriertes AI-Sprachmodell. Der Produkteintrag weist auf den Bedarf an ausreichend Platz zur Kollisionsvermeidung hin.

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Unitree R1 Air, humanoider Roboter mit monokularer Kamera

Unitree R1 Air

Kann für einen abgegrenzten technischen Plattform-Pilot betrachtet werden; die genannten Modellmerkmale ersetzen keinen Test mit der vorgesehenen Lageraufgabe.

Im Produkttitel genannt: monokulare Kamera, 20 DoF und ein integriertes AI-Sprachmodell. Der Produkteintrag warnt vor Betrieb nahe Treppen, Kanten oder unebenen Flächen sowie vor Feuchtigkeit.

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Häufige Fragen

Welche Tätigkeit eignet sich als erster überprüfbarer Test?

Eine klar abgegrenzte, wiederholbare Übergabe ist ein sinnvoller Ausgangspunkt: Legen Sie Objektarten, Start- und Zielpunkt sowie zulässige Eingriffe vorher fest und erfassen Sie Ergebnisse unter denselben Bedingungen. Die von GXO und Agility Robotics beschriebene Behälterübergabe ist ein Anwendungsbeispiel aus den USA, keine Leistungszusage für Ihren Standort.

Welche IT sollte ich für einen WMS-gekoppelten Versuch einplanen?

Prüfen Sie am eigenen System Auftragsübergabe, Rückmeldungen, Berechtigungen und Störungsbehandlung. NEURA Robotics beschreibt für den deutschen Proof of Concept bei BITZER eine Verbindung über die SAP Business Technology Platform zu SAP EWM; eine andere Software oder Robotervariante benötigt eine eigene Schnittstellenprüfung.

Genügt die CE-Kennzeichnung für den Betrieb neben Beschäftigten?

Nein. Nach § 3 BetrSichV entbindet eine CE-Kennzeichnung den Arbeitgeber nicht von der Gefährdungsbeurteilung für den konkreten Einsatz. Nach § 4 müssen vor der Verwendung die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen und die sichere Verwendung festgestellt werden; für die Wirksamkeitsprüfung vor der erstmaligen Verwendung gilt die dort genannte Ausnahme für entsprechende Prüfungen nach § 14 oder § 15 BetrSichV.

Welches Maschinenrecht gilt für eine 2026 in Deutschland neu bereitgestellte Maschine?

Soweit das angebotene System als Maschine in den Anwendungsbereich fällt, ist für das Inverkehrbringen bis einschließlich 19. Januar 2027 noch das Regelwerk zur Maschinenrichtlinie 2006/42/EG maßgeblich, das über die 9. ProdSV umgesetzt wird. Für das Inverkehrbringen ab dem 20. Januar 2027 gilt die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erläutert diese zeitliche Abgrenzung; damit ist die Konformität eines konkreten Angebots nicht festgestellt.