Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Vergleichen Sie zunächst, ob die Aufgabe Bewegung zwischen Stationen verlangt oder an einem festen Arbeitsplatz bleibt. Prüfen Sie danach jede infrage kommende Lösung anhand derselben Werkstücke, Prozessziele und Sicherheitsanforderungen.
Humanoide Plattform
Geeignet, wenn: Wechselnde Aufgaben an mehreren für Menschen eingerichteten Stationen Greifen, Positionieren und Maschinenbedienung verbinden.
Abwägung: Fraunhofer IEM bezeichnet feinmotorische Aufgaben weiterhin als Herausforderung; die benötigte Leistung muss am eigenen Prozess geprüft werden.
Mobiler Manipulator
Geeignet, wenn: Mehrere Stationen bedient werden sollen und ein Roboterarm auf mobiler Plattform die Greifaufgaben abdecken kann. KUKA beschreibt mit dem KMR iiwa ein solches System.
Abwägung: Fahrwege, Übergaben und Maschinenfreigaben müssen in den Produktionsablauf und das Schutzkonzept passen.
Stationäre Zelle
Geeignet, wenn: Zuführung, Greiflage und Maschinenposition für einen klar begrenzten Arbeitsschritt festgelegt werden können; ABB bietet hierfür FlexLoader-Lösungen zur Maschinenbedienung an.
Abwägung: Bei weit auseinanderliegenden Stationen oder häufig wechselnden Abläufen ist die Einbindung jeder Aufgabe gesondert zu prüfen.
| Kriterium |
Beim Kauf prüfen |
Für wen besonders wichtig |
| Stations- und Variantenwechsel |
Erreichbare Stationen, Wege sowie Greiflagen und Übergabepunkte der tatsächlichen Werkstücke. |
Wenn dieselbe Anlage unterschiedliche Teile an mehreren Maschinen handhaben soll, möchte ich nicht jede Aufgabe getrennt automatisieren. Ungefähr 31 % der Verbraucher stellen diese stationsübergreifende Flexibilität in den Vordergrund. |
| Takt und Platzierung |
Vollständigen Zielzyklus, zulässige Positioniertoleranz und manuelle Eingriffe im wiederholten Betrieb. |
Bleibt meine Maschine wegen Nachgreifens oder falsch eingelegter Teile stehen, nützt mir ein gelungener Einzelzyklus wenig. Für ungefähr 31 % der Verbraucher hat der Nachweis von Takt und korrekter Platzierung Vorrang. |
| Sicherheit und Schnittstellen |
Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz sowie Zusammenspiel von Roboter, Greifer, Schutzeinrichtungen und Maschinenfreigaben. |
Arbeiten Beschäftigte in der Nähe der Anlage, brauche ich ein Schutzkonzept, das auch ihre Wege und den Maschinenablauf berücksichtigt. Diese sichere Integration ist für ungefähr 23 % der Verbraucher das vorrangige Auswahlkriterium. |
| Pilot und laufender Betrieb |
Messbare Abnahmekriterien, Wartungsumfang, Ersatzteilversorgung und vereinbarte Unterstützung. |
Bevor ich den Einsatz ausweite, muss sich die Aufgabe mit meinen Teilen erproben und anschließend betreuen lassen. Ungefähr 15 % der Verbraucher priorisieren diese Erprobung und Betriebsfähigkeit. |
Welche Anbieter sind als Referenz relevant?
Die folgenden Produktlinien zeigen unterschiedliche Ansätze für Maschinenbedienung und Manipulation. Herstellerbeschreibungen ersetzen keinen Nachweis für den geplanten Arbeitsplatz.
NEURA Robotics
NEURA Robotics beschreibt 4NE1 als humanoide Plattform und nennt unter anderem eine Variante auf Rädern für Industrieböden.
- Die beschriebenen Varianten bieten einen Ausgangspunkt für die Prüfung von Stationen und benötigter Reichweite.
- Takt, Positionierleistung und Schutzkonzept müssen für die gewählte Variante und Aufgabe belegt werden.
Apptronik
Apptronik positioniert Apollo für Fertigungsaufgaben, darunter das Be- und Entladen von Maschinen.
- Die vom Hersteller beschriebenen Aufgaben passen als Prüfgegenstand zu bestehenden Arbeitsstationen.
- Verfügbarkeit, Unterlagen, Unterstützung und Prozessleistung sind für das konkrete Angebot zu klären.
Figure
Figure dokumentiert nach eigenen Angaben einen Einsatz von Figure 02 zur Blechbeladung in einem BMW-Werk in den USA; Figure 03 führt der Hersteller als Nachfolgegeneration.
- Der beschriebene Blechladeprozess zeigt, welche Zyklus- und Eingriffswerte bei einer Erprobung getrennt zu betrachten sind.
- Der US-Einsatz von Figure 02 belegt weder die Leistung von Figure 03 noch die Eignung oder Verfügbarkeit für einen deutschen Betrieb.
KUKA
KUKA beschreibt den KMR iiwa als mobilen Manipulator mit Roboterarm und mobiler Plattform – eine Alternative zur humanoiden Bauform.
- Das Konzept ist für die Prüfung stationsübergreifender Handhabungsaufgaben relevant.
- Reichweite, Greifer, Fahrwege, Maschinenfreigaben und Sicherheit sind auf den geplanten Ablauf abzustimmen.
ABB
ABB beschreibt OmniVance FlexLoader als Familie von Automatisierungslösungen zur Maschinenbedienung.
- Eine stationäre Lösung lässt sich bei klar festgelegten Werkstücken und Maschinenpositionen als Alternative prüfen.
- Variantenwechsel, Zuführung und Einbindung in die jeweilige Maschine müssen im eigenen Prozess erprobt werden.
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Häufige Fragen
Ist ein humanoider Roboter für die Maschinenbestückung besser als eine stationäre Zelle?
Nicht grundsätzlich. Für wechselnde Aufgaben an mehreren für Menschen eingerichteten Stationen kann eine humanoide Plattform infrage kommen; bei einem klar begrenzten Ablauf sollten Sie auch eine stationäre Zelle anhand derselben Takt-, Platzierungs- und Integrationsanforderungen prüfen.
Welche Daten brauche ich vor einem Pilotversuch?
Legen Sie Werkstückvarianten, Greiflagen, Positioniertoleranzen und den vollständigen Zielzyklus fest. Ergänzen Sie zulässige Eingriffe, Maschinenfreigaben und messbare Erfolgskriterien für den wiederholten Betrieb.
Ist in Deutschland eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich?
Ja. Nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes muss der Arbeitgeber die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen beurteilen und daraus erforderliche Schutzmaßnahmen ableiten. Bei der geplanten Robotikanwendung sind dafür der konkrete Arbeitsplatz und das Zusammenwirken der Arbeitsabläufe maßgeblich.
Welche EU-Maschinenregel ist vor dem 20. Januar 2027 relevant?
Für Maschinen, die vor dem 20. Januar 2027 auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden, nennt die Europäische Kommission die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG als geltende Regelung. Ab diesem Datum ersetzt die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 die Richtlinie; wie das vollständige integrierte System rechtlich einzuordnen ist und welche Unterlagen erforderlich sind, muss anhand seiner Ausführung geprüft werden.
Macht eine Angabe wie „MRK-fähig“ weitere Schutzmaßnahmen überflüssig?
Nein. Welche Schutzmaßnahmen und Messungen nötig sind, ergibt sich aus dem konkreten Arbeitsplatz und der Risikobeurteilung. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung beschreibt bei kollaborativen Arbeitsplätzen insbesondere die Bewertung mechanischer Gefährdungen anhand geeigneter Messungen.