Für einen Produktionspilot mit einem humanoiden Roboter sollte ein Betrieb zunächst einen einzelnen Arbeitsschritt samt Teilen, Übergaben, Taktziel und Umgang mit Störungen festlegen. Vor der Plattformentscheidung muss ein Hardwaretest zeigen, was der konkrete Aufbau leisten kann; für einen anschließenden Produktionspilot sind auch Greifer, Schnittstellen und Abnahmekriterien zu klären. Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung ist die Gefährdungsbeurteilung bereits vor Auswahl und Beschaffung zu beginnen.
Für wen ist ein Pilot relevant?
Verantwortliche für variable Handlingaufgaben
Wer Teile greifen, sortieren, bereitstellen oder Maschinen be- und entladen möchte, braucht Ergebnisse mit den eigenen Teilen und dem geplanten Greifer. Ein Hardwaretest kann Reichweite, Zugänglichkeit und Zykluszeit für den getesteten Aufbau sichtbar machen, wie SchmidtFactories sein Testangebot beschreibt.
Werksleitungen mit Integrationsbedarf
Wenn der Roboter mit Maschinen oder bestehenden Abläufen zusammenarbeiten soll, müssen Schnittstellen, Übergaben und Abnahmekriterien Teil des Pilotumfangs sein. SchmidtFactories beschreibt einen Produktionspilot entsprechend als integriertes System statt als einzelnen Roboter.
Verantwortliche für Arbeitsschutz und Konformität
Sie müssen die vorgesehene Verwendung und den Arbeitsplatz in die Gefährdungsbeurteilung einbeziehen und die Unterlagen zur konkreten Konfiguration prüfen. Die amtlich veröffentlichte Betriebssicherheitsverordnung sieht vor, dass die Beurteilung bereits vor Auswahl und Beschaffung beginnt.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Die Gefährdungsbeurteilung beginnt vor der Beschaffung; parallel dazu wird eine abgegrenzte Aufgabe definiert. Danach lässt sich der Aufbau praktisch testen, bevor Schnittstellen und Abnahme für einen Produktionspilot festgelegt werden.
| Anliegen |
Beim Kauf prüfen |
Für wen wichtig |
| Sichere Verwendung |
Arbeitsplatz, Eingriffe und vorhersehbare Störungen in der Gefährdungsbeurteilung erfassen; Herstellerunterlagen und Zuständigkeiten für die angebotene Konfiguration klären. |
Wenn Beschäftigte mit dem System in Berührung kommen können, möchte ich wissen, wie Eingriffe und Störungen sicher behandelt werden. Für etwa 34 % der Verbraucher steht diese Frage im Vordergrund. |
| Prozess-Fit |
Originalteile, Behälter, Greifpunkte und verfügbare Wege testen; Zykluszeiten und erforderliche Eingriffe im konkreten Aufbau dokumentieren. |
Für meine Teile zählt, ob Greifen und Ablegen unter den tatsächlichen Platz- und Taktbedingungen funktionieren. Das ist für rund 33 % der Verbraucher das vorrangige Anliegen. |
| Integration |
Greifer und Vorrichtungen sowie benötigte Maschinen-, Steuerungs- und IT-Schnittstellen in der Systemgrenze festhalten. |
Soll der Pilot mit vorhandenen Maschinen und Materialflüssen zusammenarbeiten, brauche ich geklärte Übergabepunkte statt einer isolierten Vorführung. Etwa 20 % der Verbraucher setzen hier ihre Hauptpriorität. |
| Abnahme |
Messgrößen, Testbedingungen und Kriterien für Fortsetzung, Überarbeitung oder Stopp vorab vereinbaren. |
Ich möchte nach dem Test anhand dokumentierter Ergebnisse über den nächsten Projektschritt entscheiden können. Für ungefähr 13 % der Verbraucher hat diese Entscheidungssicherheit Vorrang. |
Welche Fehler erschweren den Pilot?
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Die Plattform nur nach Demo oder Datenblatt auswählen
Eine nominelle Nutzlast zeigt nicht, ob der Roboter die eigenen Teile greifen oder im vorgesehenen Ablauf das Taktziel erreichen kann. SchmidtFactories nennt Teile, Reichweite, Zugänglichkeit und Arbeitsumgebung als Gegenstände seines Hardwaretests.
Originalteile und den vorgesehenen Greifer im definierten Aufbau testen; Zykluszeiten, Eingriffe und Grenzen schriftlich festhalten.
Für einen solchen Aufbau können zusätzliche Greifer, Vorrichtungen und Transportorganisation nötig sein.
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CE-Kennzeichnung als betriebliche Freigabe verstehen
Eine CE-Kennzeichnung ersetzt die Gefährdungsbeurteilung für die tatsächliche Verwendung nicht. Das stellt § 3 der Betriebssicherheitsverordnung ausdrücklich klar.
Die Beurteilung vor Auswahl und Beschaffung beginnen und Roboter, Greifer, Arbeitsplatz, Betriebszustände und vorhersehbare Störungen einbeziehen.
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Nur den Roboter statt des Pilotsystems planen
Ein bestandener Hardwaretest regelt noch nicht die Anbindung an Maschinen, die sicheren Zustände oder die Abnahme im Werk. SchmidtFactories beschreibt den Produktionspilot als integriertes System.
Angebote anhand derselben Systemgrenze vergleichen und Zuständigkeiten für Hardware, Software, Schnittstellen, Einweisung und Abnahme festlegen.
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Kennzahlen aus einem anderen Werk übernehmen
Figure beschreibt einen Blechhandling-Einsatz des Figure 02 in einem US-amerikanischen BMW-Werk. Dessen Bedingungen lassen sich nicht ohne eigenen Test auf andere Teile, Vorrichtungen und Abläufe übertragen.
Für den eigenen Pilot Takt, korrekte Ablagen, Eingriffe und Testbedingungen vorab definieren und am konkreten Aufbau messen.
Relevante Marken zur Orientierung
AGIBOT
SchmidtFactories nennt den AGIBOT G2 für Teilehandling und Materialversorgung in der Fertigung sowie den A2 Ultra für Hardwaretests.
- Das beschriebene Integrationsangebot umfasst Tests für abgegrenzte Fabrikaufgaben.
- Für die Auswahl sind die Unterlagen zur gewünschten Modell- und Greiferkonfiguration sowie die Bedingungen für Integration und Betreuung konkret anzufordern.
NEURA Robotics
NEURA Robotics beschreibt 4NE1 als humanoide Plattform in Varianten für unterschiedliche Umgebungen, darunter eine Radversion für Industrieböden und eine Version mit siebter Achse für größere Reichweite.
- Die vom Hersteller beschriebenen Varianten erlauben es, Mobilität und benötigte Reichweite gezielt in die Anfrage aufzunehmen.
- Die Angaben zur Plattform belegen weder die Eignung für ein bestimmtes Teil noch die Zykluszeit oder sichere Störungsbehebung am vorgesehenen Arbeitsplatz.
Figure
Figure beschreibt einen abgegrenzten Blechhandling-Einsatz des Figure 02 in einem BMW-Werk in den USA und führt Figure 03 als weitere Generation.
- Die veröffentlichte Einsatzbeschreibung veranschaulicht, wie eng eine industrielle Handlingaufgabe definiert sein kann.
- Die von Figure beschriebenen Ergebnisse für Figure 02 in diesem US-Werk sind kein Leistungsnachweis für Figure 03 oder einen anderen Produktionsprozess.
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Häufige Fragen
Reicht die CE-Kennzeichnung für den Einsatz eines humanoiden Roboters im Produktionspilot?
Nein, die CE-Kennzeichnung entbindet nicht von der Gefährdungsbeurteilung für die konkrete Verwendung. § 3 der Betriebssicherheitsverordnung verlangt, dabei unter anderem Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung und Arbeitsabläufe zu berücksichtigen.
Wann beginnt die Gefährdungsbeurteilung und wer führt sie durch?
Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung soll sie bereits vor Auswahl und Beschaffung des Arbeitsmittels beginnen und darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Fehlt dem Arbeitgeber die Fachkunde, muss er sich fachkundig beraten lassen.
Welche Konformitätsunterlagen sollte ein Betrieb für die Roboterkonfiguration anfordern?
Der Betrieb sollte die für die konkrete Konfiguration einschlägigen Herstellerinformationen und Konformitätsunterlagen anfordern und die Verantwortung für das Gesamtsystem klären. Die Europäische Kommission beschreibt Konformitätsbewertung, technische Unterlagen und EU-Konformitätserklärung als Herstelleraufgaben; welche EU-Vorschriften auf die konkrete Konfiguration anwendbar sind, muss gesondert geprüft werden.
Wie kann ein Produktionspilot eine Entscheidung über die Fortsetzung ermöglichen?
Eine begrenzte Aufgabe, die Systemgrenze und messbare Abnahmekriterien sollten vor dem Pilot feststehen. Ein dokumentierter Hardwaretest kann dafür Ergebnisse und Grenzen des getesteten Aufbaus liefern, wie SchmidtFactories beschreibt; für eine spätere Produktionskonfiguration müssen Änderungen am Aufbau erneut berücksichtigt werden.