Für wen ist die Entscheidung relevant?

Verantwortliche für gefährliche Arbeitsschritte

Sie müssen beurteilen, welche Gefährdungen das vollständige System mit Werkzeug und Werkstück mit sich bringt und wie Zugang, Störungen und Notfälle beherrscht werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beschreibt die Abtrennung bewegter Gefahrstellen als mögliche Schutzmaßnahme.

Produktionsbereiche mit schweren, wiederholbaren Handgriffen

Für Materialtransport, Maschinenbeladung oder Werkstückhandling vergleichen sie die Entlastung durch Robotik mit den verbleibenden manuellen Schritten. Der von der BMW Group beschriebene Pilot zum Einsetzen von Blechteilen zeigt einen konkreten Anwendungsfall, keine allgemeine Eignung für gefährliche Umgebungen.

Verantwortliche für Pilotprojekte an bestehenden Arbeitsplätzen

Sie wollen einen einzelnen Schritt erproben und müssen dafür Betriebsarten, Unterweisung, Wartung und menschliche Eingriffe festlegen. Angaben eines Herstellers zu Fernbetrieb oder Mobilität ersetzen diese Planung nicht.

Was sollte vor der Auswahl geklärt werden?

Prüfen Sie zunächst, ob sich die Gefährdung am Prozess verringern lässt. Vergleichen Sie dann für den verbleibenden Arbeitsschritt ein humanoides System, eine geschützte Roboterzelle und gegebenenfalls Fernbedienung; letztere kann auch eine Betriebsart einer Roboterlösung sein.

Anliegen Beim Kauf prüfen Für wen besonders relevant
Sicherheitsgrenzen und Restaufgaben Gefahren und Schutzmaßnahmen für das vollständige System im Normalbetrieb und bei vorhersehbaren Störungen; Tätigkeiten, die Beschäftigte weiterhin übernehmen. Wenn Hitze, Schadstoffe oder bewegte Werkstücke zum Arbeitsablauf gehören, möchte ich wissen, wann Menschen eingreifen müssen und wie sie dabei geschützt werden. Für ungefähr 33 % der Verbraucher steht diese Abgrenzung an erster Stelle.
Betrieb und Störungen Verantwortlichkeiten für Bedienung und Wiederanlauf sowie Verhalten bei Kommunikations- oder Sensorausfall. Ein Stillstand darf mich nicht vor eine ungeklärte Störungsbeseitigung stellen; ich brauche klare Zuständigkeiten und unterwiesene Beschäftigte. Das ist für ungefähr 27 % der Verbraucher das vorrangige Anliegen.
Körperliche Entlastung Werkstück, Greifer und Bewegungsablauf der konkreten Anwendung; verbleibende manuelle Handgriffe. Bei wiederholtem Umgang mit schweren Teilen zählt für mich, welche belastenden Schritte tatsächlich wegfallen. Ungefähr 20 % der Verbraucher setzen diese Entlastung an die erste Stelle.
Bestehender Arbeitsbereich Platz, Verkehrswege und Zugänge; ob eine räumliche Trennung oder Prozessänderung die Exposition direkter verringert. Wenn der Arbeitsschritt in einer vorhandenen Produktionsumgebung stattfinden soll, möchte ich den nötigen Umbau gegen die Anforderungen an sichere Bewegungen abwägen. Für ungefähr 20 % der Verbraucher ist die Einbindung in den Arbeitsbereich vorrangig.

Welche Fehleinschätzungen sind riskant?

  • Einen Pilotversuch als Freigabe für jede Gefahrumgebung verstehen

    Die BMW Group beschreibt das Einsetzen von Blechteilen für einen Schweißprozess in Spartanburg. Daraus folgt keine Eignung desselben Systems für Hitze, Schadstoffe oder Störungsbeseitigung an einem anderen Standort.

    Lassen Sie die Grenzen des vorgesehenen Modells mit Greifer und Werkstück für Ihren Ablauf klären und beziehen Sie Reinigung, Wartung und Wiederanlauf in die Beurteilung ein.

  • Die CE-Kennzeichnung für eine Gefährdungsbeurteilung halten

    Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung hebt eine CE-Kennzeichnung die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung nicht auf. Auch vorhersehbare Betriebsstörungen und Gefährdungen bei ihrer Beseitigung sind zu berücksichtigen.

    Legen Sie Schutzmaßnahmen, Zugang und verbleibende Aufgaben so früh fest, dass sie bei der Auswahl des Systems berücksichtigt werden können.

    Werden Schutzeinrichtungen und Unterweisungen erst nach der Systemauswahl geplant, können Umbauten und ein späterer Betriebsbeginn nötig werden.

  • Nur Nutzlast und Werkstückmasse vergleichen

    Eine allgemeine Nutzlastangabe beschreibt nicht, wie sich ein Werkstück mit dem vorgesehenen Greifer, Schwerpunkt und Bewegungsweg handhaben lässt. Sie belegt auch kein Schutzkonzept für Personen im Bewegungsraum.

    Fordern Sie einen Nachweis für die konkrete Handhabungsaufgabe an und prüfen Sie bei einem stabilen Ablauf auch eine abgegrenzte Roboterzelle.

  • Kameras und Fernsteuerung ohne Datenkonzept einführen

    Bild- oder andere Sensordaten können Beschäftigte identifizierbar machen. Je nach Funktion kann auch die Mitbestimmung bei technischen Einrichtungen zur Überwachung von Verhalten oder Leistung nach § 87 des Betriebsverfassungsgesetzes relevant sein.

    Klären Sie vor einem Pilotversuch Datenarten, Zweck, Zugriffsrechte und Speicherfristen sowie die Beteiligung der zuständigen Stellen.

Relevante Marken zur Orientierung

NEURA Robotics

NEURA Robotics stellt den Humanoiden 4NE1 für industrielle Arbeitsabläufe und weitere Anwendungen vor.

  • Laut NEURA Robotics gehören Fernbetrieb und austauschbare Unterarme zu den beschriebenen Funktionen; Ausführungen können sich je nach Modell unterscheiden.
  • Diese Produktangaben belegen keine Eignung der konkreten Ausführung für Hitze, Schadstoffe oder einen bestimmten Gefahrenbereich.

Figure AI

Figure AI entwickelt humanoide Systeme. Die BMW Group beschreibt einen Pilotversuch mit Figure 02 beim Einsetzen von Blechteilen für einen Schweißprozess im US-Werk Spartanburg.

  • Der Bericht der BMW Group beschreibt einen konkreten, wiederholbaren Produktionsschritt.
  • Der Pilot belegt weder die sichere Beherrschung anderer Gefährdungen noch die Eignung für einen bestimmten Standort in Deutschland.

Apptronik

Apptronik kündigte mit Mercedes-Benz ein Pilotprogramm für Apollo an, das mögliche Anwendungen in der Fertigungslogistik untersucht.

  • Die Ankündigung benennt Teilebereitstellung und Inspektion als geplante Einsatzfelder.
  • Ein angekündigter Pilot ist kein Nachweis für Schutzmaßnahmen oder die Eignung an einem konkreten Gefahrarbeitsplatz.

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Häufige Fragen

Reicht die CE-Kennzeichnung für den betrieblichen Einsatz eines humanoiden Roboters?

Nein. Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung ersetzt eine CE-Kennzeichnung nicht die Gefährdungsbeurteilung für den vorgesehenen Einsatz. Dabei sind Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung und Arbeitsgegenstände sowie vorhersehbare Störungen und deren Beseitigung zu berücksichtigen.

Müssen Beschäftigte vor dem ersten Einsatz unterwiesen werden?

Ja. § 12 der Betriebssicherheitsverordnung verlangt vor der erstmaligen Verwendung ausreichende und angemessene Informationen auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung, in verständlicher Form und Sprache. Für den Zugang zu besonders gefährlichen Arbeitsbereichen nennt § 9 des Arbeitsschutzgesetzes zuvor geeignete Anweisungen.

Kann ein humanoider Roboter ohne Schutzeinrichtung eingesetzt werden?

Das lässt sich nicht aus seiner Bauform ableiten. Die nötigen Schutzmaßnahmen hängen vom konkreten System, seinem Bewegungsraum und dem Arbeitsablauf ab; die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nennt räumliche Abtrennungen als mögliche Maßnahme bei bewegten Gefahrstellen.

Wann sind Datenschutz und Betriebsrat bei Kameras oder Fernsteuerung relevant?

Sie sind zu prüfen, wenn Funktionen personenbezogene Daten von Beschäftigten verarbeiten oder eine technische Einrichtung zur Überwachung von Verhalten oder Leistung bestimmt ist. Ob die Datenschutz-Grundverordnung und Mitbestimmungsrechte nach § 87 des Betriebsverfassungsgesetzes im konkreten Fall eingreifen, hängt von den erfassten Daten, den Funktionen und dem Einsatzkonzept ab.