Für wen ist die Erprobung relevant?

Verantwortliche für einen konkreten Produktions- oder Lagerablauf

Sie möchten vor einer Investition prüfen, ob ein Roboter eine festgelegte Aufgabe zuverlässig ausführt und sich in den bestehenden Ablauf einfügt. Ein von NEURA Robotics beschriebener Versuch mit BITZER und SAP zeigt ein Beispiel für die Prüfung eines konkreten Lagerprozesses; Fraunhofer IPA hebt ebenfalls Fragen zu Zuverlässigkeit und Sicherheit hervor.

Teams vor der ersten Anwendungsentscheidung

Wer noch nach einem passenden Anwendungsfall sucht, kann technische Grenzen und Sicherheitsfragen zunächst im Labor oder in einer betreuten Demonstration erkunden. Das Fraunhofer IOSB-INA beschreibt dafür einen schrittweisen Zugang von der Anwendungsfindung bis zur Erprobung mit Laborinfrastruktur.

Robotik- und Entwicklungsteams

Teams, die eigene Software und Integrationen entwickeln möchten, sollten die Entwicklungsrechte und den Zugang zu Schnittstellen für die genaue Plattformvariante vor dem Kauf klären. Unitree unterscheidet beim G1 zwischen dem Standardmodell und der EDU-Ausführung; Fraunhofer IPA beschreibt außerdem, dass eine Anwendung ein vollständiges Robotersystem erfordern kann.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Labor- oder Experience-Lab

Geeignet: Wenn Sie einen Anwendungsfall erst eingrenzen oder technische Grenzen geschützt untersuchen möchten. Das Fraunhofer IOSB-INA beschreibt für Unternehmen einen Zugang von der Anwendungsfindung bis zur Erprobung; Standorte sind Karlsruhe, Lemgo und Ilmenau.

Abwägung: Ein Laborangebot belegt weder die Leistung einer bestimmten Plattform in Ihrer Fabrik noch die Verfügbarkeit eines passenden Versuchsangebots.

Betrieblicher Pilot

Geeignet: Wenn Aufgabe, Umgebung und Messplan feststehen und Sie die Einbindung in einen realen Ablauf prüfen müssen. NEURA Robotics beschreibt einen Versuch mit BITZER und SAP EWM für Kommissionieraufgaben in einem deutschen Lager.

Abwägung: Integration, Sicherheitskonzept und Datenanbindung gehören zum Versuch; legen Sie Vergleichsablauf, Erfolgs- und Abbruchkriterien sowie Zuständigkeiten vorab fest. Das Projektbeispiel ist kein Leistungsnachweis für andere Betriebe.

Betreute Miete oder Demonstration

Geeignet: Wenn Sie Hardware und betreuten Betrieb zunächst zeitlich begrenzt kennenlernen möchten. Bipedal bewirbt in Deutschland eine humanoide Mietflotte auch für Forschung und Industrie.

Abwägung: Betreuung, Einsatzumfang, Versicherung, Transport und Rückgabe müssen für das individuelle Angebot geklärt werden; eine Demonstration sagt allein wenig über die Leistung im eigenen Prozess aus.

Kauf einer Entwicklungsplattform

Geeignet: Wenn ein eigenes Team wiederholt Software, Sensorik oder Schnittstellen entwickeln will und die gewählte Variante den nötigen Entwicklungszugang bietet.

Abwägung: Eigentum übernimmt nicht automatisch Integration, Wartung oder Sicherheitsbewertung. Unitree gibt an, dass der Standard-G1 keine eigene Weiterentwicklung unterstützt und dafür die EDU-Ausführung vorgesehen ist.

Anliegen Beim Kauf prüfen Wem ist das besonders wichtig?
Zuverlässigkeit der Aufgabe Objektvarianten und Bedingungen festlegen; erfolgreiche Zyklen, Fehlversuche, Stopps und Bedienereingriffe protokollieren. Wenn ich wissen muss, ob der Roboter meinen festgelegten Ablauf auch bei wechselnden Objekten und Störungen bewältigt, brauche ich einen Test unter vergleichbaren Bedingungen. Verbraucher mit diesem Hauptanliegen machen etwa 26 % aus.
Sicherheit am Arbeitsplatz Arbeitsraum, Werkzeuge, Übergaben, Not-Halt und Störungsbehebung für den konkreten Einsatz prüfen. Wenn Beschäftigte im vorgesehenen Arbeitsbereich in die Nähe des Roboters kommen können, möchte ich die gesamte Arbeitsstation und ihre Schutzmaßnahmen bewerten. Verbraucher, die vor allem die Arbeitsplatzsicherheit klären wollen, machen etwa 26 % aus.
Integration und Datenflüsse Benötigte Schnittstellen und Informationsflüsse beschreiben; Fernzugriff, Protokollierung und mögliche personenbezogene Daten klären. Wenn mein Ablauf von bestehenden Produktions- oder Lagersystemen abhängt, muss ich wissen, wie Aufträge, Statusmeldungen und Daten übergeben werden. Etwa 21 % der Verbraucher stellen die Integration in den Mittelpunkt.
Umfang einer befristeten Erprobung Plattformvariante, Betreuung, Wartung, Versicherung, Haftung, Änderungsrechte und Rückgabe schriftlich festhalten. Wenn ich zunächst nur zeitlich begrenzt erproben möchte, will ich vorab wissen, welche Leistungen und Verantwortlichkeiten tatsächlich vereinbart sind. Verbraucher, deren Hauptanliegen eine begrenzte Erprobung ist, machen etwa 16 % aus.
Entwicklungszugang Modell und Variante, SDK/API-Zugang, unterstützte Komponenten, Lizenz und Updates bestätigen lassen. Wenn mein Team eigene Software oder Schnittstellen entwickeln soll, muss die konkrete Ausführung diesen Zugang erlauben. Verbraucher, die vor allem eine selbst entwickelbare Plattform benötigen, machen etwa 11 % aus.

Typische Stolperfallen

  • Eine Vorführung als Nachweis für den Schichtbetrieb werten

    Ein einzelner Versuch belegt nicht, dass ein Ablauf unter wechselnden Bedingungen oder über einen gesamten Schichtbetrieb zuverlässig funktioniert.

    Lassen Sie denselben Ablauf unter den vorgesehenen Bedingungen testen und dokumentieren Sie Störungen, Fehlversuche und Eingriffe.

    Zusätzliche Test-, Integrations- und Betreuungsarbeit kann nötig sein, um die Ergebnisse auf den eigenen Prozess zu beziehen.

  • Nur den Roboter statt des vollständigen Systems bewerten

    Für eine Anwendung können auch Werkzeuge, Werkstücke, Ladeinfrastruktur und die Nähe zu Beschäftigten entscheidend sein. Fraunhofer IPA weist darauf hin, dass für eine Anwendung mehr als ein einzelner Roboter erforderlich sein kann.

    Bewerten Sie die konkrete Arbeitsstation einschließlich Übergaben, Peripherie und Schutzkonzept.

    Greifer, weitere Peripherie oder erforderliche Schutzmaßnahmen können zusätzlichen Planungs- und Integrationsaufwand bedeuten.

  • Ein Standardmodell mit einer Entwicklungsvariante verwechseln

    Unitree erklärt, dass der Standard-G1 keine eigene Weiterentwicklung unterstützt und dafür die EDU-Ausführung gewählt werden soll.

    Bestätigen Sie Modellvariante, Entwicklungsrechte und benötigte Schnittstellen vor der Bestellung schriftlich.

    Eine ungeeignete Variante kann einen Wechsel der Plattform oder eine erneute Beschaffung erforderlich machen.

  • Miete und Pilot allein anhand der Gerätegebühr vergleichen

    Ein beworbenes Mietangebot legt nicht automatisch fest, welche Betreuung oder Leistungen ein individueller industrieller Pilot umfasst.

    Vergleichen Sie Angebote anhand derselben Aufgabe, Einsatzdauer und schriftlich geregelten Zuständigkeiten.

    Personal, Transport, Versicherung, Änderungen und Rückgabe können zusätzlichen Aufwand verursachen und sollten im Angebot geklärt werden.

Relevante Marken zur Orientierung

Unitree Robotics

Die G1-Plattform kann als Entwicklungs- oder Demonstrationsbasis in Betracht kommen; entscheidend ist die genaue Ausführung.

  • Unitree nennt für den G1 eine EDU-Ausführung für Anpassungen und eigene Weiterentwicklung.
  • Laut Hersteller unterstützt der Standard-G1 keine eigene Weiterentwicklung. Die Herstellerangabe belegt keine industrielle Einsatzreife.

NEURA Robotics

Der 4NE1 wurde in einem von NEURA Robotics beschriebenen Proof of Concept mit BITZER und SAP EWM für Kommissionieraufgaben in einem deutschen Lager eingesetzt.

  • Das Projekt ist ein konkretes Beispiel für die Prüfung eines vernetzten Lagerablaufs.
  • Der Herstellerbericht belegt weder die Verfügbarkeit eines passenden Angebots noch Zuverlässigkeit oder Eignung in anderen Betrieben.

Agile Robots

Agile Robots beschreibt Agile ONE als für industrielle Aufgaben wie Materialtransport, Pick-and-Place und Maschinenbedienung konzipiert.

  • Die Herstellerdarstellung nennt Wahrnehmungs- und Greiffunktionen.
  • Die Produktbeschreibung belegt weder ein buchbares Pilotprogramm noch gemessene Leistung für einen bestimmten Betrieb.

Entwicklungsplattformen bei Joybuy

Diese Auswahl umfasst humanoide Plattformen, die sich anhand der angegebenen Entwicklungsmerkmale für eine vorgelagerte Erprobung und Prüfung eigener Robotikvorhaben betrachten lassen. Produktangaben ersetzen weder den Test im vorgesehenen Ablauf noch die Prüfung der Anforderungen an den Arbeitsplatz.

Booster Robotics K1 Geek, humanoide Embodied-AI-Entwicklungsplattform

Booster Robotics K1 Geek

Als Entwicklungsplattform kann dieses Modell für eigene Robotikversuche betrachtet werden. Die Produktangaben nennen 48 TOPS und 22 DoF sowie Programmiermöglichkeiten und Entwicklungswerkzeuge.

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Booster Robotics K1 Edu, Plattform für Bildung, Forschung und Entwicklung

Booster Robotics K1 Edu

Diese Variante ist als Forschungs- und Entwicklungsplattform bezeichnet. Die Produktangaben nennen 117 TOPS, 22 DoF sowie Software-APIs und Entwicklungswerkzeuge.

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AGIBOT X2 Ultra, humanoider Roboter mit Entwicklungszugang

AGIBOT X2 Ultra

Die Produktangaben nennen autonome Navigation und Full Secondary Development. Für die X2 Ultra werden 31 DoF, LiDAR und RGB-D aufgeführt. Die Beschreibung warnt vor unbeaufsichtigtem Betrieb und weist darauf hin, dass Hindernisse möglicherweise nicht erkannt werden.

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AGIBOT X2, humanoider Roboter

AGIBOT X2

Das Modell kann für frühe Versuche mit humanoider Bewegung und Interaktion betrachtet werden. Für die X2-Ausführung nennt die Produktbeschreibung 27 DoF und eine Nutzlast von höchstens 1 kg über den vollen Bewegungsbereich.

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Unitree R1 Air, humanoider Roboter mit Monokularkamera

Unitree R1 Air

Die Produktangaben nennen eine Monokularkamera, 20 DoF und ein integriertes KI-Sprachmodell. Die Beschreibung warnt vor dem Betrieb an Treppen, Kanten und unebenen Flächen sowie vor Kontakt mit beweglichen Gelenken.

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Häufige Fragen

Welche Messgrößen sollte ich vor einem Pilot festlegen?

Legen Sie zuerst die spätere Aufgabe und einen Vergleichsablauf fest. Erfassen Sie bei denselben Objekt- und Umgebungsbedingungen erfolgreiche Zyklen, Fehlversuche, Bedienereingriffe, Stopps und die Zeit je erfolgreichem Zyklus. Bestimmen Sie vorab, welche Ergebnisse eine Fortsetzung rechtfertigen; eine allgemeingültige Mindestschwelle ergibt sich daraus nicht.

Muss vor einem Versuch am Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung erfolgen?

Wenn Beschäftigte bei der Tätigkeit Gefährdungen ausgesetzt sein können, verpflichtet § 5 ArbSchG den Arbeitgeber, die Gefährdungen zu beurteilen und erforderliche Schutzmaßnahmen zu ermitteln. Bei möglicher Nähe zwischen Mensch und Roboter sind auch Werkzeuge und bewegte Gegenstände in der konkreten Anordnung zu berücksichtigen.

Welche Unterlagen sollte ich für die CE-Prüfung verlangen?

Klären Sie zunächst, welche Produktvorschriften für die konkrete Konfiguration gelten. Bei einer vollständigen Maschine, die unter die Maschinenrichtlinie fällt, gehören unter anderem Konformitätserklärung, einschlägige Anleitungen und CE-Kennzeichnung zu den zu prüfenden Anforderungen; eine unvollständige Maschine ist nicht allein dadurch eine einsatzfertige Gesamtanlage. Die Maschinenrichtlinie gilt bis zum 19. Januar 2027 und wird ab dem 20. Januar 2027 durch die Maschinenverordnung ersetzt.

Was muss ich bei Kameraaufnahmen und externem Fernsupport klären?

Klären Sie, ob personenbezogene Daten erfasst werden, wer darauf zugreifen kann, wohin sie übertragen und wann sie gelöscht werden. Die DSGVO gilt für die Verarbeitung personenbezogener Daten; die konkreten Pflichten hängen unter anderem von Datenfluss und Rollen der Beteiligten ab. Prüfen Sie den technischen Fernzugriff zusätzlich zu den Datenschutzfragen.

Was sollte ein Miet- oder Pilotvertrag neben der Gerätenutzung regeln?

Lassen Sie Betreuung und Einweisung, Wartung und Reaktionszeiten, Softwareänderungen, Datenzugriff, Schäden und Haftung, Versicherung sowie Rückgabe schriftlich klären. Fragen Sie für den vorgesehenen Einsatz nach dem konkreten Leistungsumfang; aus einem beworbenen Mietangebot folgt kein einheitlicher Vertragsumfang.