Welche Anforderungen entscheiden über die Auswahl?
Trennen Sie zuerst die eigentliche Aufgabe von der gewünschten Roboterbauform: Transport, ortsfeste Handhabung, mobile Manipulation und Softwareentwicklung stellen unterschiedliche Anforderungen an einen Pilot.
Humanoide Plattform für den Betriebspiloten
Prüfen, wenn: Mehrere wechselnde Aufgaben an bestehenden, für Menschen eingerichteten Stationen Mobilität und Greifen verlangen.
Abwägung: Hersteller wie NEURA Robotics und Apptronik beschreiben solche Einsatzfelder; die Leistung der gewählten Variante am eigenen Arbeitsplatz muss dennoch im Pilot belegt werden.
Humanoides Entwicklungsmodell
Prüfen, wenn: Ein Robotikteam eigene Bewegungs-, Wahrnehmungs- oder Integrationssoftware entwickeln und unter kontrollierten Bedingungen erproben will.
Abwägung: Ein dokumentierter Entwicklungszugang belegt weder die Eignung für den Produktionsarbeitsplatz noch die sichere Integration in den geplanten Prozess.
AMR für Materialtransport
Prüfen, wenn: Material vor allem zwischen festgelegten Abhol- und Übergabepunkten bewegt werden soll.
Abwägung: Ein Transportroboter übernimmt damit nicht automatisch das Greifen, Kitting oder Bedienen einer Maschine am Zielort.
Cobot für eine feste Station
Prüfen, wenn: Handhabung, Maschinenbeschickung oder Prüfung an einem Ort wiederholbar beschrieben werden kann.
Abwägung: Die stationäre Lösung wechselt nicht selbstständig zwischen Arbeitsplätzen; Personennähe bedeutet auch beim Cobot nicht, dass Schutzmaßnahmen entfallen.
| Kriterium |
Beim Kauf prüfen |
Für wen besonders wichtig |
| Sicherheit und Integration |
Arbeitsplatzbezogene Gefährdungsbeurteilung und Schutzkonzept mit Endeffektor, Lasten und Personennähe abstimmen; Unterlagen zur angebotenen Variante anfordern. |
Wenn Beschäftigte und Roboter denselben Bereich nutzen, brauche ich ein Einsatzkonzept, das auch die tatsächlichen Wege und Gegenstände berücksichtigt. Für ungefähr 36 % der Verbraucher steht diese sichere Einbindung an erster Stelle. |
| Wechselnde Abläufe |
Für wenige ausgewählte Aufgaben Greiflagen, Übergaben, Platzverhältnisse und nötige Umbauten an bestehenden Stationen festhalten. |
Soll das System zwischen mehreren Arbeitsplätzen wechseln, möchte ich wissen, ob es die dort anfallenden unterschiedlichen Handgriffe ausführen kann. Rund 29 % der Verbraucher räumen dieser Flexibilität Vorrang ein. |
| Aufgaben- und Taktpassung |
Teile und Last einschließlich Werkzeug, Reichweite, Umgebung und erforderliche Prozesszeit für die exakte Konfiguration als Abnahmekriterien definieren. |
Bei einem eng getakteten Ablauf muss ich vor allem belegen können, dass die vorgesehene Aufgabe unter meinen Betriebsbedingungen gelingt. Für etwa 21 % der Verbraucher hat dieser Leistungsnachweis Priorität. |
| Entwicklungszugang |
Unterstützte Steuerungsschnittstellen, SDK-Versionen und Zuständigkeiten für Änderungen und Sicherheitsintegration klären. |
Entwickelt mein Team eigene Steuerungs- oder Wahrnehmungsfunktionen, brauche ich verlässlich dokumentierte Schnittstellen und einen beherrschbaren Testaufbau. Diese Entwicklungsmöglichkeiten stehen für ungefähr 14 % der Verbraucher im Vordergrund. |
Relevante Anbieter und Marken zur Orientierung
Die genannten Produktlinien stehen für unterschiedliche Lösungswege; ihre Aufnahme ist weder eine Aussage über die Eignung für Ihren Arbeitsplatz noch über die Verfügbarkeit eines konkreten Modells.
NEURA Robotics
NEURA Robotics positioniert die humanoide 4NE1-Familie für wechselnde Aufgaben in industriellen Umgebungen.
- Die Herstellerbeschreibung bietet Anhaltspunkte, um Mobilität, Manipulation und die angebotene Variante mit einem geplanten Pilot abzugleichen.
- Angaben zur Produktfamilie ersetzen keine Nachweise für Last, Takt, Sicherheitsfunktionen und Unterlagen der tatsächlich angebotenen Konfiguration.
Apptronik
Apptronik beschreibt Apollo für Fertigung und Logistik, unter anderem an vorhandenen Arbeitsstationen, Behältern und Förderanlagen.
- Die beschriebenen Aufgaben helfen, einen möglichen Mehrstations-Pilot konkret einzugrenzen.
- Ob Apollo Teile, Wege und Prozesszeiten eines bestimmten Betriebs bewältigt, muss für diesen Einsatz geprüft werden.
Unitree Robotics
Unitree G1 ist vor allem für Teams interessant, die eigene Funktionen auf einer humanoiden Entwicklungsplattform erproben möchten.
- Unitree Robotics dokumentiert SDK-Schnittstellen für Motor- und Bewegungssteuerung; Varianten und Handoptionen unterscheiden sich.
- Entwicklungsdokumentation allein sagt nichts über die Eignung der gewählten Variante als Arbeitsmittel am vorgesehenen Produktionsplatz aus.
Mobile Industrial Robots (MiR)
MiR bietet autonome mobile Roboter als nicht-humanoide Route für innerbetrieblichen Materialtransport an.
- Die Transportausrichtung erlaubt einen gezielten Abgleich von Nutzlast, Verkehrswegen und Übergabepunkten.
- Für Kitting, Greifen oder Maschinenbedienung am Zielort reicht die Transportfunktion allein nicht aus.
Universal Robots
Universal Robots beschreibt Cobots für wiederholbare Aufgaben an festen Arbeitsplätzen, etwa Handhabung und Maschinenbeschickung.
- Eine klar umrissene Einzelstationsaufgabe lässt sich anhand von Teilen, Werkzeug und Arbeitsraum spezifizieren.
- Ein stationärer Cobot fährt nicht zwischen Stationen; auch bei Zusammenarbeit mit Beschäftigten sind die konkreten Risiken zu beurteilen.
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Häufige Fragen
Reicht eine CE-Kennzeichnung für den Einsatz eines humanoiden Roboters im Betrieb?
Nein. Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung muss der Arbeitgeber die Gefährdungen bei der Verwendung eines Arbeitsmittels beurteilen und erforderliche Schutzmaßnahmen ableiten; die CE-Kennzeichnung entbindet ihn davon nicht. Die fachkundige Gefährdungsbeurteilung soll bereits vor Auswahl und Beschaffung beginnen.
Kann ein humanoider Roboter ohne Weiteres nahe bei Beschäftigten arbeiten?
Nein, die Nähe zu Beschäftigten muss für den vorgesehenen Arbeitsplatz beurteilt werden. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung weist bei kollaborativen Robotern auf Kollisionsmöglichkeiten hin; Roboter, Werkzeug und bewegte Gegenstände sind deshalb in die Risikobeurteilung und die Planung technischer Schutzmaßnahmen einzubeziehen.
Wann sollte ein Betrieb statt eines humanoiden Roboters einen AMR prüfen?
Ein AMR ist eine naheliegende Vergleichsroute, wenn Material vor allem zwischen Übergabepunkten transportiert werden soll und dort keine menschenähnliche Manipulation nötig ist. Prüfen Sie für die konkrete Mission Nutzlast, Aufbauten, Verkehrswege und Übergaben; Mobile Industrial Robots beschreibt seine AMR-Produktlinie für solche Transportaufgaben in Logistik und Fertigung.
Wann kommt ein Cobot statt einer humanoiden Plattform infrage?
Ein Cobot kommt für eine feste, wiederholbare Aufgabe wie Maschinenbeschickung, Handhabung oder Prüfung infrage. Universal Robots nennt solche Anwendungen für seine Produktlinie; ob eine konkrete Zelle geeignet ist, hängt unter anderem von Werkzeug, Last, Arbeitsraum und den erforderlichen Schutzmaßnahmen ab.
Welche Betriebsinformationen sollte ich vor der Beschaffung anfordern?
Fordern Sie Unterlagen für die genaue angebotene Roboterkonfiguration und ihren vorgesehenen Einsatz an, insbesondere Angaben zu Hersteller, Konformität, Bedienung und Warnhinweisen in der für Deutschland erforderlichen Sprache. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt von Produkt und Bereitstellung ab; die Unterlagen müssen zusammen mit dem geplanten Arbeitsplatz und der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden.