Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Grenzen Sie zunächst die Aufgabe und den Arbeitsplatz ab. Vergleichen Sie dann die Robotikrouten anhand desselben Ablaufs und planen Sie einen Pilot mit überprüfbaren Abnahmekriterien.
Humanoider Roboter
Sinnvoll zu prüfen: Eine wiederkehrende Aufgabe wechselt zwischen für Menschen eingerichteten Arbeitsplätzen, und Fortbewegung sowie flexibles Greifen könnten einen zusätzlichen Nutzen bringen.
Abwägung: Laut Fraunhofer IPA sind konkrete Anwendungen noch selten; der Nutzen und die Sicherheit müssen für die einzelne Aufgabe und Integration gezeigt werden.
Mobiler Manipulator
Sinnvoll zu prüfen: Material muss zwischen Stationen bewegt und dort gegriffen oder übergeben werden, ohne dass zweibeiniges Gehen erforderlich ist.
Abwägung: Fahrwege, Übergabepositionen, Greifer und Schnittstellen müssen zum tatsächlichen Ablauf passen; Mobilität ersetzt kein Schutzkonzept.
Cobot oder Industrieroboter
Sinnvoll zu prüfen: Maschinenbeschickung, Montage oder Handhabung bleibt an einer festen Station und lässt sich durch Werkstück, Reichweite und Takt beschreiben.
Abwägung: Auch ein als kollaborativ angebotener Roboter braucht eine Sicherheitsbewertung für Greifer, Werkstücke und Arbeitsplatz; erforderliche Schutzmaßnahmen beeinflussen den Ablauf.
| Anliegen |
Beim Kauf prüfen |
Für wen besonders wichtig |
| Sicherer Betrieb |
Unterlagen für das konkrete System und seine Integration anfordern; Roboter, Endeffektor, Werkstücke und Personennähe in die Beurteilung des Arbeitsplatzes einbeziehen. |
Wenn Beschäftigte nahe am Roboter arbeiten, möchte ich den Ablauf erst mit einem tragfähigen Schutzkonzept freigeben. Für rund 33 % der Beschaffenden hätte diese Absicherung Vorrang. |
| Aufgabenfit |
Wiederkehrende Arbeitsschritte, Objektvarianten und Übergaben festlegen; den Nutzen von Ortswechseln und flexiblem Greifen am konkreten Ablauf prüfen. |
Bei wechselnden Tätigkeiten an vorhandenen Arbeitsplätzen möchte ich wissen, ob ein System mehrere klar definierte Übergaben bewältigen kann. Etwa 27 % der Beschaffenden würden diesen Aufgabenfit an erste Stelle setzen. |
| Integration und Vergleich |
Humanoid, mobilen Manipulator und stationäre Lösung am selben Werkstück und Taktziel vergleichen; benötigte Maschinen- und IT-Schnittstellen klären. |
Wenn ich eine feste Station und mehrere Übergabepunkte gegeneinander abwäge, zählt für mich der tatsächlich benötigte Funktionsumfang. Für ungefähr 20 % der Beschaffenden wäre dieser Routenvergleich das Hauptanliegen. |
| Betrieb nach dem Pilot |
Serviceabdeckung, Ersatzteile, Schulung, Softwarepflege und Zuständigkeiten schriftlich klären; Störungen und Wartung in die Abnahme einbeziehen. |
Ein Pilot hilft mir nur weiter, wenn Betreuung und Wiederanlauf auch danach geregelt sind. Rund 20 % der Beschaffenden würden die dauerhafte Betriebsfähigkeit priorisieren. |
Relevante Anbieter und Produktlinien
Die folgenden Produktlinien zeigen mögliche Gesprächs- und Vergleichspartner für unterschiedliche Robotikrouten; ihre Nennung sagt nichts über die Eignung eines konkreten Angebots für Ihren Arbeitsplatz aus.
NEURA Robotics
NEURA Robotics stellt 4NE1 als humanoides System für Arbeitsumgebungen vor.
- Der Anbieter beschreibt Zusammenarbeit mit Menschen und industrielle Abläufe als vorgesehene Einsatzfelder.
- Prüfen Sie für die angebotene Ausführung Unterlagen, Endeffektoren, Integrationsumfang und Servicebedingungen, bevor Sie einen Produktionspilot planen.
Apptronik
Apptronik positioniert Apollo für Abläufe an bestehenden Fertigungsstationen.
- Der Anbieter nennt Materialbewegung sowie das Be- und Entladen von Maschinen und beschreibt zweibeinige und radbasierte Mobilitätsoptionen.
- Klären Sie, welche Ausführung und welche Integrations- und Servicebedingungen für den geplanten Einsatz tatsächlich angeboten werden.
Agility Robotics
Agility Robotics beschreibt Digit 5 für Materialhandhabung und angebundene industrielle Abläufe.
- Der Anbieter stellt Flottenintegration als Teil seiner Lösung dar.
- Prüfen Sie die Übertragbarkeit der beschriebenen Abläufe auf den konkreten Produktionsarbeitsplatz sowie die dort nötige Integration und Betreuung.
Boston Dynamics
Boston Dynamics positioniert Atlas als industriellen Humanoiden.
- Die Produktlinie kann als Vergleich für vorgesehene industrielle Handhabungsaufgaben dienen.
- Boston Dynamics erklärte im Januar 2026, dass die Atlas-Einsätze für 2026 bereits vergeben seien. Klären Sie Verfügbarkeit und Bedingungen für einen konkreten Pilot direkt mit dem Anbieter.
KUKA
KUKA bietet mit dem LBR iisy eine stationäre Cobot-Produktlinie als Vergleichsroute für flexible Fertigung an.
- KUKA nennt Montage und Handhabung als Einsatzfelder des LBR iisy.
- Die kollaborative Positionierung ersetzt keine Bewertung von Greifer, Werkstück, Arbeitsablauf und Schutzmaßnahmen an der vorgesehenen Station.
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Häufige Fragen
Welche Aufgabe eignet sich für einen ersten humanoiden Produktionspilot?
Beginnen Sie mit einer klar abgegrenzten, wiederkehrenden Aufgabe, deren Materialien, Übergaben und Störfälle sich beschreiben lassen. Fraunhofer IPA nennt Materialtransport, Maschinenbeladung und das Greifen komplexer Objekte als untersuchte Einsatzfelder; das belegt keine Einsatzreife eines bestimmten Robotermodells.
Wann sollte ich statt eines Humanoiden einen Cobot prüfen?
Ein Cobot oder Industrieroboter gehört in den Vergleich, wenn die Aufgabe an einer festen Station bleibt und Reichweite, Werkstücke, Greifer und Takt definiert werden können. Auch dann muss das Schutzkonzept zum tatsächlichen Arbeitsplatz passen; die Bezeichnung „Cobot“ allein beantwortet diese Frage nicht.
Ist ein humanoider Roboter automatisch für die Zusammenarbeit mit Beschäftigten geeignet?
Nein. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weist bei räumlicher Nähe von Mensch und Roboter auf Kollisionsrisiken hin und bezieht Endeffektor, bewegte Gegenstände und den vorgesehenen Arbeitsplatz in die Risikobeurteilung ein. Bewerten Sie deshalb die geplanten Betriebsarten und Schutzmaßnahmen für die konkrete Integration.
Welche Unterlagen sind vor der Inbetriebnahme in Deutschland wichtig?
Für Maschinen im Anwendungsbereich von § 3 der 9. ProdSV sind unter anderem die erforderlichen Informationen einschließlich Betriebsanleitung, Konformitätsbewertung, Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung maßgeblich. Lassen Sie für den angebotenen Roboter und seine Integration klären, welche Unterlagen erforderlich sind und wer die jeweiligen Pflichten erfüllt.
Reicht ein als Bildungsroboter angebotenes Modell für den Produktionseinsatz?
Die Bezeichnung als Bildungsroboter ist kein Nachweis für die Eignung an einem Produktionsarbeitsplatz. Prüfen Sie das konkrete Modell samt Endeffektor und Integration anhand der erforderlichen Unterlagen, der arbeitsplatzbezogenen Risikobeurteilung und eines passenden Betreuungskonzepts.