Für welche Fertigungsteams ist die Entscheidung relevant?

Teams mit stabilem CNC- oder Bearbeitungsprozess

Wer wiederkehrende Teile mit bekannten Greifpunkten einlegt oder entnimmt, sollte Takt, Traglast und Maschinenanbindung an einer aufgabenspezifischen Zelle messen. KUKA beschreibt solche Anwendungen für stationäre Industrieroboter; die Eignung hängt vom konkreten Werkstück und Maschinenzugang ab.

Fertigungen mit wenig Platz und wechselnden Losgrößen

Für bestehende Linien können Umrüstung und Bedienzugang die Auswahl prägen. Universal Robots beschreibt Cobot-Anwendungen an Fertigungsmaschinen; ob Greifer, Teilezuführung und Schutzmaßnahmen in die eigene Linie passen, ist für die gesamte Anwendung zu prüfen.

Pilotverantwortliche für variable Handhabung

Wenn Objektlagen, Stationen oder manuelle Handgriffe wechseln, lässt sich ein mobiler oder humanoider Ansatz gezielt erproben. Fraunhofer IPA beschreibt Potenzial für humanoide Maschinenbeladung, nicht jedoch die Leistung an einer bestimmten Anlage; diese muss der Pilot nachweisen.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Wählen Sie zuerst einen klar abgegrenzten Beschickungs- oder Entnahmeprozess. Vergleichen Sie die drei Roboterrouten anhand derselben Werkstücke, Maschinenabläufe und Sicherheitsanforderungen, bevor Sie einen Pilot oder eine Zelle beauftragen.

Spezialisierte Roboterzelle

Prüfen, wenn: Teile, Greiflagen und Maschinenabläufe weitgehend gleich bleiben und ein definierter Takt im Vordergrund steht.

Abwägung: Zuführung, Schutzbereich und Programmierung werden auf die konkrete Aufgabe ausgelegt; häufig wechselnde Handgriffe können Anpassungen erfordern.

Cobot mit Peripherie

Prüfen, wenn: die Aufgabe in eine bestehende, räumlich begrenzte Linie integriert werden soll und Umrüstungen wichtig sind.

Abwägung: Bedienernähe erlaubt nicht automatisch einen Betrieb ohne trennende Schutzeinrichtung; Greifer und bewegte Werkstücke gehören zur Risikobetrachtung, wie die DGUV erläutert.

Humanoider Roboter

Prüfen, wenn: variable Handgriffe oder mehrere menschenorientierte Stationen einen konkreten Grund für Mobilität und Manipulation bieten.

Abwägung: Das von Fraunhofer IPA beschriebene Einsatzpotenzial ist kein Takt- oder Sicherheitsnachweis für die eigene Maschine; dafür ist ein Prozesspilot nötig.

Kriterium Beim Kauf prüfen Für wen besonders wichtig
Takt und Traglast Gesamten Zyklus einschließlich Maschinentür und Spannmittel messen; Werkstück und Greifer gemeinsam bei Traglast und Reichweite berücksichtigen. Bei gleichbleibenden Teilen soll die Beschickung den vorgegebenen Takt zuverlässig einhalten. Rund 33 % der Beschaffenden setzen dieses Anliegen an erste Stelle.
Umrüstung und Platz Greiferwechsel, Teilebereitstellung, Bedienzugang und Wiederinbetriebnahme nach einem Produktwechsel vergleichen. In einer engen Bestandslinie mit wechselnden Losgrößen möchte ich umbauen können, ohne den Bedienzugang aus dem Blick zu verlieren. Für etwa 27 % der Beschaffenden hat diese Anpassbarkeit Vorrang.
Variable Handhabung Werkstückvarianten, Lageabweichungen und Greifaufgaben festlegen; Erkennungs- und Greiffehler mit echten Teilen im Pilot erproben. Wenn Objektlagen oder Arbeitsschritte wechseln, brauche ich einen Nachweis, dass die Lösung gerade diese Varianten handhabt. Ungefähr 20 % der Beschaffenden stellen diese Fähigkeit in den Mittelpunkt.
Sicherheit und Integration Maschinenfreigaben, Betriebsarten, Schutzmaßnahmen und Zuständigkeiten für Integration und Abnahme vor der Beauftragung klären. Bei Eingriffen an einer bestehenden Maschine muss für mich feststehen, wer Schnittstellen und sicheren Betrieb der Gesamtanwendung verantwortet. Dieses Anliegen steht bei rund 20 % der Beschaffenden im Vordergrund.

Welche Fehler erschweren die Beschaffung?

  • Eine Demonstration als Nachweis für den eigenen Produktionstakt werten

    Das von Fraunhofer IPA erfasste Potenzial humanoider Maschinenbeladung sagt nichts darüber aus, wie ein Roboter die Werkstücke, Störungen und Taktvorgaben einer bestimmten Anlage bewältigt.

    Vereinbaren Sie einen Pilot mit repräsentativen Teilen, realem Maschinenzugang, vorgegebenen Taktzeiten und definierten Fehlerfällen. Legen Sie die Abnahmekriterien vor dem Auftrag fest.

    Greifer, Maschinenzugang und Rückfallebene können zusätzlichen Integrations- und Validierungsaufwand verursachen.

  • „Kollaborativ“ mit einem Betrieb ohne Sicherheitskonzept gleichsetzen

    Nach Angaben der DGUV gehören auch Endeffektor und bewegte Werkstücke zur Betrachtung einer kollaborierenden Anwendung. Der Roboter allein bestimmt daher nicht die erforderlichen Schutzmaßnahmen.

    Lassen Sie Bedienereingriffe, Betriebsarten, Werkzeug und Werkstück für die vollständige Beschickungsanwendung beurteilen. Entscheiden Sie auf dieser Grundlage über Schutzbereiche und technische Maßnahmen.

    Die Umsetzung kann zusätzliche Sicherheitsintegration, Messungen und Anpassungen an Werkzeug oder Teilebereitstellung erfordern.

  • Den Roboter vor den Maschinenschnittstellen auswählen

    Reichweite und Traglast allein beschreiben die Beschickungsaufgabe nicht. Fraunhofer IPK nennt für variable Werkzeugmaschinenbeschickung auch Positionierung, Maschineninnenraum und Spannvorrichtung als Einflussgrößen der Bahnplanung.

    Erfassen Sie vor dem Angebotsvergleich Maschinentür, Spannmittel, Steuerung, Teilezuführung, Greifer und Störungsabläufe. Lassen Sie den Integrationsumfang für diese Schnittstellen festhalten.

    Spätere Änderungen an Zuführung, Spannmitteln oder Steuerung können erneute Integrations- und Inbetriebnahmearbeiten auslösen.

  • Allgemeine Serviceaussagen als Projektzusage verstehen

    Ein beschriebenes Serviceangebot legt noch nicht fest, wer bei einer Störung des konkreten Roboter-Maschinen-Verbunds reagiert. Schaeffler beschreibt beispielsweise Lebenszyklusleistungen für humanoide Systeme; deren projektbezogener Umfang ist gesondert zu vereinbaren.

    Halten Sie Zuständigkeiten, Reaktionszeiten, Ersatzteile, Schulungen und die Zusammenarbeit zwischen Hersteller, Integrator und Betreiber schriftlich fest.

    Ungeklärte Zuständigkeiten können Stillstände und zusätzliche Termine mit dem Integrator nach sich ziehen.

Relevante Anbieter und Marken zur Orientierung

KUKA

KUKA beschreibt stationäre Industrieroboter und weitere Robotiklösungen für die automatisierte Maschinenbeschickung. Das Portfolio ist ein Bezugspunkt für die Planung einer aufgabenspezifischen Zelle.

  • Laut KUKA umfasst das Angebot unterschiedliche Traglasten und Reichweiten sowie Machbarkeitsstudien und Service.
  • Ob Roboter, Greifer und Schutzeinrichtungen zur vorhandenen Maschine passen, muss an der konkreten Anwendung geklärt werden.

Universal Robots

Universal Robots beschreibt Cobots für die Beschickung unter anderem von CNC- und Spritzgießmaschinen sowie einen Anwendungsfall an Stanzmaschinen.

  • Die beschriebenen Anwendungen bieten Anhaltspunkte für die Prüfung einer Integration in bestehende Fertigungsabläufe.
  • Aus dem Begriff Cobot oder einer Fallstudie folgt kein bestimmtes Schutzkonzept für eine andere Maschine.

Agile Robots

Agile Robots positioniert Agile ONE für industrielle Aufgaben einschließlich Maschinenbedienung und Pick-and-Place. Das macht das Modell für einen entsprechend abgegrenzten Pilot relevant.

  • Der Hersteller nennt Manipulation und Maschinenbedienung als vorgesehene Einsatzfelder von Agile ONE.
  • Herstellerangaben zu Fähigkeiten ersetzen keinen Nachweis für Takt, Zuverlässigkeit und Sicherheit an der vorgesehenen Anlage.

Schaeffler

Schaeffler beschreibt eine Rolle als Integrations- und Industrialisierungspartner für humanoide Systeme. Für Beschaffungsteams ist hier besonders der Projekt- und Serviceumfang relevant.

  • Nach eigenen Angaben bietet Schaeffler unter anderem technische Unterstützung, Reparatur, Ersatzteile und Schulungen an.
  • Leistungen und Zuständigkeiten für den gewählten Roboter und Maschinentyp müssen projektbezogen vereinbart werden.

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Häufige Fragen

Darf ein Cobot bei der Maschinenbeschickung automatisch ohne Schutzzaun arbeiten?

Nein, die Bezeichnung Cobot erlaubt für sich genommen keinen Betrieb ohne trennende Schutzeinrichtung. Nach Angaben der DGUV müssen auch Endeffektor und mitbewegte Werkstücke in die Risikobetrachtung einfließen; die Schutzmaßnahmen sind für den vorgesehenen Arbeitsplatz und die vollständige Anwendung festzulegen.

Welche Maschinenregeln gelten beim Bereitstellen auf dem EU-Markt?

Maschinen, die vor dem 20. Januar 2027 auf dem EU-Markt bereitgestellt werden, müssen nach Angaben der Europäischen Kommission die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG erfüllen; ab dem 20. Januar 2027 ist die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 anwendbar. Die Anforderungen an den konkreten Roboter-Maschinen-Verbund und die Verantwortlichkeiten bei seiner Integration sind gesondert zu klären.

Was sollte ein Pilot mit variablen Werkstücken erfassen?

Ein Pilot sollte Werkstückvarianten und Lageabweichungen, Greifpunkte, Maschinenzugang und Spannvorrichtungen sowie Zyklus- und Störungsabläufe anhand der vorgesehenen Aufgabe erfassen. Fraunhofer IPK beschreibt bei variabler Werkzeugmaschinenbeschickung die Bedeutung von Kameratechnik, Wechselgreifern, der Vermessung des Maschineninnenraums und positionsabhängiger Bahnplanung.