Für wen ist das Thema relevant?

Betriebe mit wechselnden Materialübergaben

Wenn Wege und Handgriffe an mehreren Stationen zusammenkommen, kann ein begrenzter Pilot zeigen, ob ein humanoides System den Ablauf abdeckt. BMW beschreibt einen solchen Einsatz von AEON in Leipzig; daraus folgt keine Übertragbarkeit auf andere Standorte.

Fertigungslinien mit wiederkehrendem Komponentenhandling

Für wiederkehrende Übergaben und Handgriffe im Linientakt sollten Betriebe einen humanoiden Ansatz mit einem stationären Cobot vergleichen. KUKA nennt den LBR iisy unter anderem für Maschinenbestückung und Pick-and-Place.

Betriebe mit innerbetrieblichem Materialtransport

Steht der Transport zwischen Bereichen im Vordergrund, lohnt sich der Vergleich mit einem AMR. Mobile Industrial Robots beschreibt den MiR250 als Transportroboter; Greifen oder Einsetzen von Teilen ist damit nicht automatisch abgedeckt.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Humanoider Roboter

Prüfen, wenn: Transport und Manipulation an wechselnden Stationen zusammenkommen.

Abwägung: Wege, Greifer, Übergaben, Ladeorganisation und Sicherheitskonzept müssen im eigenen Ablauf erprobt werden.

Cobot oder stationärer Industrieroboter

Prüfen, wenn: Handling, Positionieren oder Maschinenbestückung überwiegend an einer festen Station stattfinden.

Abwägung: Eine feste Aufstellung übernimmt nicht automatisch Transporte zwischen Bereichen. Auch bei einem Cobot ist der gesamte Arbeitsraum zu bewerten.

Autonomer mobiler Roboter

Prüfen, wenn: Vor allem Behälter oder Material zwischen festgelegten Bereichen bewegt werden sollen.

Abwägung: Für das Greifen oder Einsetzen von Komponenten kann zusätzliche Technik nötig sein; Wege und Übergaben sind standortbezogen zu planen.

Anliegen Beim Kauf prüfen Wem ist das besonders wichtig?
Eignung für Wege und Werkstücke Mit repräsentativen Teilen und Übergabestellen testen; Transport und Manipulation getrennt bewerten. Wenn Wege und Handgriffe an wechselnden Stationen zusammenkommen, möchte ich wissen, ob dasselbe System beide Aufgaben mit meinen Werkstücken bewältigt. Etwa 31 % der Verbraucher stellen die Eignung für Wege, Greifen und konkrete Werkstücke in den Mittelpunkt.
Sicherheit im Arbeitsraum Gefährdungsbeurteilung für den Arbeitsplatz sowie Schutzmaßnahmen für Roboter, Werkzeug und bewegte Gegenstände klären. Wenn Beschäftigte und Robotik denselben Arbeitsraum nutzen, möchte ich die Übergaben und mögliche Kollisionen vorab bewerten lassen. Rund 25 % der Verbraucher priorisieren die Sicherheit bei gemeinsam genutzten Arbeitsräumen.
Integration in Linie und Betrieb Korridore, Ladeort, Übergabesteuerung und erforderliche Schnittstellen im Standortversuch prüfen. Wenn ein System in bestehende Wege, Übergaben und Datenstrukturen eingebunden werden soll, möchte ich vorab die tatsächlichen Schnittstellen klären. Ungefähr 25 % der Verbraucher achten besonders auf die Integration in Linie, Wege und IT.
Takt und Betriebsaufwand Übergaben, Ladezeiten und Integrationsleistungen für Humanoid, Cobot und AMR unter denselben Bedingungen vergleichen. Wenn für mich der Ablauf im Takt und der Aufwand der Gesamtlösung zählen, möchte ich die Alternativen im selben Prozessversuch vergleichen. Etwa 19 % der Verbraucher richten ihre Auswahl vorrangig nach Takt, Betriebsorganisation und Aufwand gegenüber Speziallösungen aus.

Kauf- und Planungsfehler vermeiden

  • Einen Industriepiloten als Freigabe für die eigene Linie verstehen

    Ein standortgebundener Pilot belegt nicht, dass dieselbe Konfiguration mit anderen Werkstücken, Wegen und Übergaben funktioniert. Auch Hersteller-Nennwerte zeigen nicht, welcher Takt im eigenen Prozess erreichbar ist.

    Erproben Sie die angebotene Ausführung in einem begrenzten Versuch mit eigenen Teilen und Übergaben, bevor Sie den Ablauf festlegen.

    Zusätzliche Versuche sowie die Integration passender Greifer und Schnittstellen können Teil der Planung sein.

  • „Kollaborativ“ mit gefahrlos gleichsetzen

    Das Risiko hängt nicht allein vom Roboter ab: Auch Werkzeug, bewegte Gegenstände und die konkrete Begegnung mit Beschäftigten gehören zur Bewertung. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verlangt eine Gefährdungsbeurteilung für jeden Arbeitsplatz; die DGUV weist auf mögliche Kollisionen mit Werkzeugen und bewegten Gegenständen hin.

    Bewerten Sie den vorgesehenen Arbeitsplatz und das Schutzkonzept, statt die Prüfung aus einer Produktbezeichnung abzuleiten.

    Schutzmaßnahmen und die Bewertung des gesamten Arbeitsraums müssen in der Einsatzplanung berücksichtigt werden.

  • Für eine reine Transportaufgabe humanoide Greiffähigkeit voraussetzen

    Ein AMR ist für innerbetrieblichen Transport vorgesehen, während Greifen und Einsetzen zusätzliche Anforderungen darstellen können. Eine nicht benötigte Manipulationsfunktion kann den Integrationsumfang vergrößern.

    Spezifizieren Sie Transport und Teilehandhabung getrennt und vergleichen Sie jeweils die passende Lösungsroute.

Relevante Marken zur Orientierung

Hexagon Robotics

AEON ist für industrielle Manipulation und mobile Aufgaben vorgesehen. BMW beschreibt einen Pilot mit dem System in Leipzig.

  • Hexagon nennt für AEON eine Traglast von 8 kg beim dauerhaften Tragen und 15 kg kurzfristig; das sind Herstellerangaben.
  • Der Pilot und die Nennwerte belegen weder eine unabhängige Leistungsprüfung noch die Eignung für einen anderen Fertigungsprozess.

Agile Robots

Agile Robots nennt für Agile ONE unter anderem Materialtransport, Pick-and-Place und Maschinenbedienung als vorgesehene Aufgaben.

  • Der Anbieter beschreibt AgileCore als Plattform für vernetzte Systeme.
  • Anwendungsbeschreibungen des Herstellers belegen keine standortspezifische Leistung, IT-Kompatibilität oder Sicherheitsfreigabe.

NEURA Robotics

NEURA Robotics beschreibt 4NE1 für industrielle Arbeitsabläufe und unterscheidet Varianten, darunter eine Ausführung auf Rädern für Industrieböden.

  • Die angebotene Modellvariante ist für die Auswahl relevant.
  • Die Variantenbeschreibung ist keine Freigabe für die konkrete Fertigungsaufgabe; die tatsächlich angebotene Ausführung muss geprüft werden.

KUKA

KUKA führt den LBR iisy und weitere Handlingroboter als Optionen für überwiegend stationäre Handhabung und Maschinenbestückung.

  • KUKA nennt für die LBR-iisy-Familie Varianten mit unterschiedlichen Traglasten.
  • Familienangaben gelten nicht automatisch für jede Variante. Der kollaborative Betrieb ist für den konkreten Arbeitsplatz zu bewerten.

Mobile Industrial Robots

Der MiR250 ist eine AMR-Option für innerbetrieblichen Materialtransport, nicht für eigenständige humanoide Handgriffe.

  • Der Hersteller veröffentlicht technische Angaben zu Nutzlast, Korridor und Laufzeit.
  • Die Angaben hängen von Konfiguration und Standortbedingungen ab. Für das Greifen oder Einsetzen von Teilen wäre zusätzliche Technik erforderlich.

Humanoide Roboter bei Joybuy

Die folgenden Joybuy-Angebote umfassen humanoide Modelle mit unterschiedlichen Produktangaben. Diese Angaben ersetzen keine Prüfung, ob eine konkrete Ausführung für Materialhandling, den vorgesehenen Arbeitsplatz und den produktiven Fertigungseinsatz geeignet ist.

Unitree G1 Pro humanoider Roboter

Unitree G1 Pro

Als humanoides Modell für eine technische Erprobung einzuordnen; der Produkttitel nennt Hände zur Objektmanipulation, belegt aber keine Leistung an konkreten Fertigungsteilen.

Für diese Version ist laut Produktangabe kein SDK/API verfügbar.

Joybuy
Booster Robotics K1 Geek humanoider Roboter

Booster Robotics K1 Geek

Als Entwicklungsplattform für eine technische Erprobung beschrieben; daraus folgt keine bestätigte Eignung für einen Produktionsablauf.

Der Produkttitel nennt 48 TOPS und 22 DoF.

Joybuy
AGIBOT X2 Ultra humanoider Roboter

AGIBOT X2 Ultra

Für eine Prüfung von Bewegung zwischen Einsatzorten relevant; die Produktbeschreibung nennt autonome Navigation und Hindernisvermeidung, die im konkreten Standort zu erproben sind.

Die angegebene Traglast beträgt höchstens 3 kg in bestimmten Körperhaltungen und höchstens 1 kg über den gesamten Bewegungsbereich.

Joybuy
AGIBOT X2 humanoider Roboter

AGIBOT X2

Als humanoides Modell für eine technische Erprobung einzuordnen. Die Produktangaben allein bestätigen keine Eignung für einen bestimmten Handgriff oder Fertigungstakt.

Joybuy
Unitree R1 Air humanoider Roboter

Unitree R1 Air

Als humanoides Modell für eine technische Erprobung einzuordnen; der Produkttitel nennt eine Monokularkamera und 20 Freiheitsgrade, nicht jedoch eine Freigabe für Materialhandling in der Fertigung.

Joybuy

Häufige Fragen

Was muss vor einem gemeinsamen Arbeitsraum mit Beschäftigten bewertet werden?

Der Arbeitgeber muss für den Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Bei kollaborierenden Robotern gehören laut DGUV auch Endeffektor, bewegte Gegenstände und mögliche Kollisionen in die Risikobewertung; ein Produktname ersetzt diese Prüfung nicht.

Welche Maschinenregel gilt zum geplanten Beschaffungszeitpunkt?

Für Maschinen, die bis einschließlich 19. Januar 2027 erstmals auf dem EU-Markt bereitgestellt werden, ist nach der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG maßgeblich. Ab dem 20. Januar 2027 ist die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 anzuwenden. Welche Anforderungen für ein konkretes System und seine Integration gelten, muss für den Einzelfall geklärt werden.

Welche Unterlagen sollte ich einem konkreten Angebot zuordnen können?

Klären Sie für die angebotene Ausführung, welche Konformitätsbewertung, Kennzeichnung, Erklärung und Betriebsanleitung für die fertige Maschine gelten. Die Europäische Union erläutert, dass eine Konformitätserklärung das Produkt anhand von Modell oder Typ identifizieren muss; die CE-Kennzeichnung einzelner Komponenten belegt nicht automatisch die Konformität einer fertigen Gesamtanlage.

Was ist bei Aufstellung und Betrieb eines Transport-AMR zu planen?

Planen Sie Wege, Übergabetechnik, Laden und Wartung für die tatsächlich angebotene Konfiguration. Mobile Industrial Robots nennt für den MiR250 unterschiedliche Korridorbreiten je nach Einstellung und verweist in den Unterlagen auf Inbetriebnahme und Zubehör; diese Angaben lassen sich nicht ungeprüft auf andere Roboter übertragen.

Wann kann die Integration in eine bestehende Anlage zusätzliche Konformitätspflichten auslösen?

Nach der Auskunft der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist bei einer wesentlichen Änderung einer als Ganzes betrachteten Maschinenanlage ein erneutes Konformitätsbewertungsverfahren erforderlich. Ob eine konkrete Integration eine wesentliche Änderung darstellt, lässt sich daraus nicht pauschal ableiten und muss für den Einzelfall beurteilt werden.