Für wen kommt ein Pilot infrage?

Grundschulen mit Erzähl- und Gesprächsförderung

Für Teams, die Kindern einzeln oder in Kleingruppen zusätzliche Erzählanlässe geben und die Gespräche im Unterricht aufgreifen können. Im Projekt RobotErzählen der aim ist der Roboter Teil eines angeleiteten Unterrichtssettings, kein Ersatz für die Lehrkraft.

Bildungspartner mit Pilot- und Forschungsauftrag

Für Hochschulen, Stiftungen, Schulträger und Netzwerke, die Fortbildung, technische Betreuung und eine Auswertung organisieren können. Die aim verbindet bei RobotErzählen die Entwicklung des Einsatzes mit Lehrkräftefortbildung und qualitativer Begleitforschung.

Schulträger mit besonderem Augenmerk auf Datenschutz

Für Verantwortliche, die Mikrofone, Kameras oder KI-Dienste erst nach Klärung der Datenflüsse in Betracht ziehen. Die Datenschutzkonferenz empfiehlt, Datenschutzmaßnahmen bereits bei der Auswahl und beim Betrieb von KI-Systemen zu berücksichtigen.

Was ist bei der Auswahl wichtig?

Für ein Grundschulprojekt sollte zuerst feststehen, welche Gespräche pädagogisch begleitet werden sollen. Danach lässt sich prüfen, welche Technik, Betreuung und Datenverarbeitung dafür tatsächlich nötig sind.

Anliegen Prüfpunkte Für wen besonders wichtig
Dialog- und Erzählkonzept Deutschsprachige Erzählimpulse mit der vorgesehenen Altersgruppe erproben; Anpassungen an Förderziel und Sprachniveau klären. Wenn Kinder mehr Gelegenheit zum Erzählen bekommen sollen, brauche ich steuerbare Gesprächsrollen und eine Lehrkraft, die Antworten aufgreift. Für rund 37 % der Verbraucher wäre dieses didaktische Anliegen vorrangig.
Datenschutz und Datenkontrolle Datenflüsse für aktivierte Mikrofone, Kameras und Dienste sowie Zugriff, Speicherung und Löschung vor dem Einsatz klären. Bei Sprach- oder Bilddaten von Kindern möchte ich wissen, welche Verarbeitung für das Unterrichtsziel erforderlich ist. Rund 27 % der Verbraucher würden die Kontrolle über diese Daten an erste Stelle setzen.
Pilotbetrieb und Betreuung Zuständigkeiten für Unterricht, Fortbildung und Technik festlegen; Ziele und Abbruchkriterien für einen befristeten Test vereinbaren. Ohne Zeit für Vorbereitung und Begleitung lässt sich ein Erzählprojekt schwer in den Schulalltag einbauen. Für etwa 18 % der Verbraucher hätte deshalb ein betreubarer Pilot Vorrang.
Interaktionsform Am geplanten Unterrichtsablauf prüfen, ob verständliche Dialoge genügen oder Gestik und Bewegung gebraucht werden. Wenn mein Erzählsetting körperliche Rollen vorsieht, brauche ich andere Funktionen als für ein Gespräch am Tisch. Die passende Interaktionsform wäre für rund 18 % der Verbraucher das wichtigste Anliegen.

Welche Fehleinschätzungen erschweren die Planung?

  • Interesse am Roboter mit nachgewiesener Sprachlernwirkung gleichsetzen

    Das von der aim beschriebene Projekt nutzt den Roboter, um Kinder zum Erzählen anzuregen. Ein solcher Gesprächsanlass belegt für sich genommen noch keine Verbesserung ihrer Sprachkompetenzen.

    Definieren Sie vor dem Pilot, welche Erzählbeiträge Sie beobachten möchten und wie Lehrkräfte diese pädagogisch beurteilen. Treffen Sie die Beschaffungsentscheidung nicht allein nach einer Produktvorführung.

    Unterrichtskonzeption, Fortbildung und Auswertung beanspruchen zusätzliche Arbeitszeit.

  • Mikrofone und Kameras als nebensächliche Ausstattung betrachten

    Aktivierte Sensoren und verbundene KI-Dienste können personenbezogene Daten von Kindern verarbeiten. Die Datenschutzkonferenz betont, dass Datenschutz bei Auswahl und Betrieb solcher Systeme berücksichtigt werden muss.

    Lassen Sie für das konkrete Einsatzkonzept dokumentieren, welche Daten verarbeitet werden, wer darauf zugreift und wie sie gelöscht werden. Prüfen Sie, welche Funktionen für die geplanten Gespräche entbehrlich sind.

    Die Prüfung von Diensten und Verträgen sowie die technische Konfiguration benötigen ebenfalls Betreuung.

  • Programmierbare Hardware für ein fertiges Sprachförderangebot halten

    Maxtronics beschreibt NAO6 als Plattform mit Sensoren und Entwicklungswerkzeugen. Daraus folgt nicht, dass ein für Ihre Grundschule passender deutschsprachiger Erzählablauf bereits einsatzbereit ist.

    Lassen Sie den vorgesehenen Ablauf auf dem angebotenen Modell auf Deutsch demonstrieren und prüfen Sie, wer Dialoge anpasst und technische Störungen bearbeitet.

    Eigene Dialogentwicklung, Testläufe und laufende technische Betreuung können erforderlich werden.

Plattformanbieter als Orientierung

Diese Anbieter stehen für unterschiedliche Interaktionskonzepte. Ob eine Plattform zum Sprachförderprojekt passt, hängt vom konkreten Modell, den Inhalten und dem geplanten Betrieb ab.

Maxtronics

Maxtronics bietet mit NAO6 eine programmierbare humanoide Plattform an. Ein Demonstrator von EDIH pro_digital zeigt eine Vorleseinteraktion mit anschließendem Verständnisdialog auf der NAO-Plattform.

  • Maxtronics nennt für NAO6 eine Höhe von 58 cm, 25 Freiheitsgrade sowie Kameras, Mikrofone und Entwicklungswerkzeuge.
  • Für den Schuleinsatz müssen deutschsprachige Dialoginhalte, technische Betreuung und die Verarbeitung aktivierter Sensordaten am konkreten Angebot geprüft werden.

LuxAI

LuxAI positioniert QTrobot vor allem für sonderpädagogische Anwendungen und Forschung.

  • Laut LuxAI bietet QTrobot strukturierte Lernmodule und automatisierte Sitzungsberichte.
  • Diese Ausrichtung belegt keine Eignung für allgemeine deutschsprachige Sprachförderung an Grundschulen; bei Berichten ist auch die Verarbeitung personenbezogener Daten zu prüfen.

Furhat Robotics

Furhat Robotics bietet eine auf Dialoge, Rollen und Stimmen ausgerichtete soziale Robotikplattform an.

  • Ein Fallbeispiel von Furhat Robotics beschreibt die Unterstützung von Französischunterricht durch die Plattform.
  • Das Herstellerbeispiel betrifft keinen deutschsprachigen Grundschul-Pilot. Inhalte, Eignung für die vorgesehene Altersgruppe und Datenverarbeitung sind für einen solchen Einsatz gesondert zu prüfen.

Joybuy-Produkte zum Thema

Passende Produkte demnächst verfügbar.

Häufige Fragen

Kann ein humanoider Roboter die Lehrkraft bei der Sprachförderung ersetzen?

Nein, im von der aim beschriebenen Projekt RobotErzählen ist der Roboter ein angeleiteter Gesprächsanlass innerhalb des Unterrichts. Lehrkräfte müssen die Gespräche vorbereiten, begleiten und pädagogisch einordnen.

Dürfen Mikrofon und Kamera bei einem Schulroboter einfach eingeschaltet werden?

Nein, über den Einsatz ist anhand der konkreten Funktionen und Datenflüsse zu entscheiden. Die Datenschutzkonferenz empfiehlt, bei KI-Anwendungen unter anderem Zweck und Schutzmaßnahmen zu prüfen; für ein Schulprojekt sind außerdem die zuständigen Datenschutzverantwortlichen und anwendbaren Schulvorgaben einzubeziehen.

Ist für einen Sprachförder-Pilot immer eine Einwilligung der Eltern nötig?

Das lässt sich nicht unabhängig vom konkreten Einsatz beantworten. Klären Sie mit den zuständigen Datenschutzverantwortlichen, auf welcher Grundlage Sprach-, Bild- oder Forschungsdaten verarbeitet werden sollen und welche Vorgaben am Schulstandort gelten; eine Einwilligung sollte nicht vorsorglich als einzige mögliche Grundlage vorausgesetzt werden.

Wie lässt sich ein Pilotprojekt sinnvoll eingrenzen?

Beginnen Sie mit einem vorbereiteten Erzählsetting, festen Zuständigkeiten und Kriterien dafür, wann der Versuch angepasst oder beendet wird. Das Projekt RobotErzählen der aim verbindet solche Unterrichtsanlässe mit Lehrkräftefortbildung und begleitender Auswertung; das ist eine Orientierung für die Planung, kein verbindliches Standardverfahren.