Für welche Forschungsteams?

Teams für eigene Bewegungssteuerung

Wenn Forschende Regelung oder Gangplanung entwickeln, brauchen sie Zugang zur passenden Steuerungsebene, dokumentierte Beispiele und eine Simulationsumgebung, in der sich Änderungen vor Versuchen am Roboter prüfen lassen.

Teams für Wahrnehmung und Navigation

Für Mapping, Lokalisierung oder Hindernisvermeidung zählen zugängliche Sensordaten und eine Sensor- und Rechenkonfiguration, die zum Versuchsaufbau passt. Vorhandene autonome Funktionen allein beantworten die Frage nach dem Datenzugriff nicht.

Labore mit Betriebs- und Beschaffungsverantwortung

Diese Teams müssen neben der Forschungssoftware auch Testfläche, Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Stillsetzabläufe organisieren. Für einen längerfristigen Einsatz gehören zudem dokumentierte Wartungs- und Servicewege zur Beschaffungsentscheidung.

Welche Anforderungen entscheiden?

Klären Sie zunächst, ob Ihr Projekt in die Bewegungssteuerung eingreift, Sensordaten für eigene Navigation benötigt oder vor allem einen dauerhaft betreibbaren Versuchsaufbau absichern muss; prüfen Sie danach die Ausstattung der konkreten Variante.

Anforderung Kaufprüfung Für wen wichtig?
Entwicklungszugang Prüfen Sie die dokumentierten Steuerungsebenen, SDK-Rechte und die zur angebotenen Variante passende Simulation. Wenn ich eigene Bewegungsalgorithmen entwickeln will, reicht mir eine Oberfläche für vorgegebene Bewegungen nicht. Rund 42 % der Verbraucher mit diesem Forschungsziel stellen den Entwicklungszugang an erste Stelle.
Sensorik und Navigation Klären Sie Sensorvariante und Zugang zu den benötigten Datenströmen sowie Karten- und Lokalisierungsschnittstellen. Für eigene Navigationsversuche möchte ich Sensordaten auswerten und Komponenten in meinen Versuchsaufbau einbinden können. Bei etwa 33 % der Verbraucher steht dieser Zugang im Vordergrund.
Laborbetrieb Fordern Sie Unterlagen zur konkreten Konfiguration, zum Stillsetzen und zu Wartungswegen an; beziehen Sie den geplanten Aufbau in die Gefährdungsbeurteilung ein. Wenn ich den Roboter im Labor verantworten muss, brauche ich einen dokumentierten Testbetrieb und geklärte Servicewege, bevor Versuche beginnen. Für ungefähr 25 % der Verbraucher hat diese Absicherung Vorrang.

Für deutsche Hochschullabore gilt bei der Verwendung des Roboters als Arbeitsmittel: Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung muss der Arbeitgeber die Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung durchführen. Laut dem vom Bundesministerium der Justiz bereitgestellten Gesetzestext entbindet auch eine CE-Kennzeichnung nicht davon.

Welche Fehlannahmen vermeiden?

  • Eine Consumer-Variante mit einer EDU-Variante gleichsetzen

    Unitree beschreibt die Entwicklung eigener Anwendungen ausdrücklich für EDU-Go2; die Go2-Familie umfasst daneben weitere Konfigurationen. Merkmale der Produktfamilie belegen deshalb nicht denselben Entwicklungszugang für jede Variante.

    Lassen Sie Modell, SDK-Zugang, Sensorik, Softwareversionen und zulässige Erweiterungen im Angebot eindeutig benennen.

    Fehlt eine benötigte Komponente oder Berechtigung in der gewählten Konfiguration, kann sich der Versuchsstart verzögern.

  • Die Gefährdungsbeurteilung bis zur Anlieferung aufschieben

    Bei der Verwendung als Arbeitsmittel soll die Beurteilung nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung bereits vor Auswahl und Beschaffung beginnen. Testfläche, Arbeitsabläufe und mögliche Störungen beeinflussen, welche Schutzmaßnahmen für den konkreten Aufbau erforderlich sind.

    Planen Sie vor der Bestellung Versuchsgrenzen, Zuständigkeiten und Stillsetzabläufe und beteiligen Sie die zuständigen Fachleute an der Beurteilung.

  • Integrierte Sensorik mit zugänglichen Forschungsdaten verwechseln

    Vorhandene Sensoren oder autonome Funktionen sagen für sich genommen nichts darüber aus, ob ein Projekt die benötigten Rohdaten, Zeitstempel oder Schnittstellen nutzen kann.

    Prüfen Sie die tatsächlich verfügbaren Datenströme, Koordinatenrahmen und APIs an der vorgesehenen Konfiguration, bevor Sie den Versuchsaufbau festlegen.

    Nachträgliche Middleware oder eine Änderung des Forschungsprotokolls kann zusätzliche Entwicklungszeit beanspruchen.

  • Eine deutsche Anlaufstelle mit geklärtem Service gleichsetzen

    JUGARD+KÜNSTNER führt den AgiBot D1 EDU für Forschung, Bildung und Entwicklung. Die Positionierung als EDU-Plattform legt jedoch keine Servicebedingungen für ein einzelnes Hochschullabor fest.

    Vereinbaren Sie Ansprechpartner, Reparaturweg, Ersatzteilversorgung, Schulung und technischen Support für die angebotene Variante schriftlich.

Relevante Marken und Plattformen

Diese Hersteller und Produktlinien bieten unterschiedliche Ansatzpunkte für Laborprojekte; entscheidend bleibt, welche Funktionen und Leistungen für die jeweils angebotene Variante vereinbart werden.

Unitree

Go2 EDU ist ein möglicher Ausgangspunkt für Teams, die eigene Bewegungs- und Sensorsoftware entwickeln möchten.

  • Unitree Robotics beschreibt für EDU-Go2 eigene Anwendungsentwicklung und nennt im Go2-SDK Schnittstellen unter anderem für Bewegungssteuerung, LiDAR-Punktwolken, SLAM und Odometrie.
  • AIR-, PRO-, X- und EDU-Konfigurationen dürfen nicht als technisch oder hinsichtlich des Entwicklungszugangs identisch behandelt werden.

ANYbotics

ANYmal Research richtet sich an Projekte, die Komponenten über Bewegungssteuerung, Wahrnehmung und Navigation hinweg entwickeln.

  • ANYbotics beschreibt eine ROS-basierte Architektur, zugängliche Gelenkregelung, integrierte Sensorik und Vollstapel-Simulation.
  • Klären Sie Service, Ersatzteile und vertragliche Unterstützung für das konkrete Hochschulprojekt vor der Beschaffung.

Boston Dynamics

Spot kommt für Forschungsvorhaben infrage, bei denen eine dokumentierte API und die Integration zusätzlicher Komponenten im Mittelpunkt stehen.

  • Boston Dynamics nennt für Spot eine Nutzlastkapazität von 14 kg; die SDK-Dokumentation behandelt unter anderem Navigation, Bilddaten, E-Stop und Nutzlastintegration.
  • Prüfen Sie, welche Sensoren, Nutzlasten, Schulungen und Serviceleistungen der konkrete Laborversuch tatsächlich benötigt.

AgiBot

Der AgiBot D1 EDU ist eine Option für Teams, die eine in Deutschland angebotene, ausdrücklich für Forschung und Bildung positionierte Plattform prüfen möchten.

  • JUGARD+KÜNSTNER führt den D1 EDU als vierbeinigen Roboter für Forschung, Bildung und Entwicklung und nennt Hochschulen als Einsatzfeld.
  • Lassen Sie SDK-Umfang, Simulation, Sensorvariante und Servicebedingungen für das konkrete Angebot bestätigen.

Joybuy Produktauswahl

Passende Produkte demnächst verfügbar.

Häufige Fragen

Genügt eine CE-Kennzeichnung für den Einsatz im Hochschullabor?

Nein, wenn der Roboter dort als Arbeitsmittel verwendet wird, muss der Arbeitgeber nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung vor der Verwendung eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und geeignete Schutzmaßnahmen ableiten. Der vom Bundesministerium der Justiz bereitgestellte Gesetzestext stellt klar, dass eine CE-Kennzeichnung diese Pflicht nicht ersetzt.

Wann sollte die Gefährdungsbeurteilung beginnen?

Sie soll bereits vor Auswahl und Beschaffung des als Arbeitsmittel vorgesehenen Roboters beginnen. Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung sind dabei unter anderem die geplante Verwendung und die Arbeitsabläufe zu berücksichtigen; bei veränderten Forschungsaufbauten muss die Beurteilung zum tatsächlichen Einsatz passen.

Gilt DIN EN ISO 13482 für jeden vierbeinigen Forschungsroboter?

Das lässt sich nicht allein aus der Bauform ableiten. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nennt DIN EN ISO 13482 für nichtindustrielle Roboter, etwa im Service- und Pflegebereich; ob sie für das konkrete System und seinen Laboreinsatz einschlägig ist, muss gesondert geprüft werden.

Was ändert sich am EU-Maschinenrechtsrahmen ab Januar 2027?

Die Verordnung (EU) 2023/1230 ersetzt nach Angaben von EUR-Lex die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ab dem 20. Januar 2027. Bei einer Beschaffung oder Inbetriebnahme ab diesem Datum sollten Teams prüfen, ob und wie die Verordnung für das konkrete System, seine Bereitstellung und seine Konformitätsunterlagen gilt.